Zum Inhalt springen
Ratgeber

Leadagentur fürs Handwerk auswählen: 12 Fragen, die Sie vor der Unterschrift stellen sollten

12 Fragen an jede Leadagentur fürs Handwerk, je mit guter Antwort und Warnsignal, dazu Vertrags-Checkliste, 3 Preismodelle und rote Flaggen aus der Praxis.

Handwerksunternehmer liest am Besprechungstisch einen Agenturvertrag vor der Unterschrift
Das Wichtigste in Kürze
  • Zwölf Fragen entscheiden über eine Leadagentur: Exklusivität, Definition der qualifizierten Anfrage, Kontenbesitz, Datenhoheit, Laufzeit, Reporting, Gewerkeerfahrung, Garantie, Werbebudget, Team, Zielverfehlung und Referenzen; wer drei ausweicht, ist raus.
  • Werbekonto, Pixel und Landingpage müssen dem Betrieb gehören, sonst gehen bei Kündigung Kampagnendaten und Zielgruppen verloren und der nächste Anbieter startet bei null.
  • Seriöse Laufzeiten liegen bei drei bis sechs Monaten mit monatlicher Kündigung danach; Warnsignal sind 12 bis 24 Monate mit automatischer Verlängerung, wie sie Herold-Kunden auf Trustpilot beschreiben („279 € pro Monat für nichts“).
  • Eine Garantie braucht Zahl, Zeitraum, Folge bei Verfehlung und Mitwirkungspflichten; „Ergebnis-Garantie“ oder „98 % Erfolgsquote“ ohne Definition sind Verkaufsargumente, keine Klauseln.
  • Beim Leadkauf braucht der Betrieb eine dokumentierte Einwilligung nach Art. 6 DSGVO und § 7 UWG bzw. § 174 TKG; Bußgelder reichen bis 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes.
  • Keine Agentur braucht, wer über 12 Wochen Auftragsvorrat hat und nicht wachsen will, wer Anfragen nicht binnen zwei Stunden bearbeiten kann, wer unter 3.000 € Auftragswert liegt oder unter rund 500.000 € Umsatz.

Eine Leadagentur fürs Handwerk erkennen Sie an zwölf Antworten, nicht an ihrer Website: Wer Exklusivität, die Definition einer qualifizierten Anfrage, den Kontenbesitz und die Folgen einer Zielverfehlung nicht schriftlich beantwortet, bekommt keine Unterschrift. Von den Agenturen, die wir in Erstgesprächen mit Betrieben durchgehen, scheitern nach unserer Erfahrung mehr als die Hälfte an mindestens drei dieser zwölf Fragen, meist an Laufzeit, Kontenbesitz und Garantie-Definition.

Der Bedarf ist real: Nur 37 % der Handwerksbetriebe schalten überhaupt Online-Anzeigen (Bitkom, 2025), und wer es tut, hat selten die Zeit, es selbst zu machen. Gleichzeitig ist der Frust groß. Ein österreichischer Unternehmer schreibt im Juni 2026 über einen Verzeichnisanbieter: „Abofalle läuft trotz Absage weiter, 279 € pro Monat für nichts.“

Ein US-Handwerker über ein Lead-Abo: „They make a bunch of promises to get you to subscribe and then you find out it's all lies.“ Beide haben vor der Unterschrift die falschen Fragen gestellt, oder gar keine.

Dieser Artikel ist Teil unseres Leitfadens Leads für Handwerker: Kosten, Wert und Modelle. Sie bekommen zwölf Fragen mit jeweils einer guten Antwort und einem Warnsignal, eine Vertrags-Checkliste, die drei Preismodelle mit Vor- und Nachteilen, rote Flaggen aus echten Erfahrungsberichten und am Ende unsere eigenen Antworten auf die zwölf Fragen. Denn Junghirsch ist selbst Anbieter. Wenden Sie die Fragen auf uns an.

Warum zwölf Fragen und nicht ein Bauchgefühl?

Weil Agenturverträge im Verkaufsgespräch gut klingen und erst nach der Unterschrift teuer werden. Die typischen Probleme stehen nicht auf der Startseite der Agentur, sondern in den Klauseln: automatische Verlängerung, Werbekonto auf den Namen der Agentur, „Garantie“ ohne Definition, Reporting in Klicks statt in Terminen.

Chris Voss, ehemaliger FBI-Verhandler, nennt in „Never Split the Difference“ (2016) die Technik der kalibrierten Fragen: offene „Wie“- und „Was“-Fragen, die den anderen zwingen, sein Modell zu erklären, statt es zu behaupten. Genau so sind die zwölf Fragen gebaut. Sie fragen nicht „Sind Ihre Leads exklusiv?“, sondern „Wie stellen Sie sicher, dass eine Anfrage nur an uns geht, und wo steht das im Vertrag?“

Die 12 Fragen an eine Leadagentur: gute Antwort und Warnsignal auf einen Blick
#FrageGute AntwortWarnsignal
1Wie viele Betriebe je Gewerk und Region?konkrete Zahl, Gebietsschutz im Vertrag, keine Weiterverwertung„Für alle genug“; dieselbe Landingpage für Mitbewerber
2Was ist eine qualifizierte Anfrage?4+ Kriterien (Projekt, Budget, Zeitraum, Region) und Prüfprozess„Wenn jemand das Formular ausfüllt“
3Wem gehören Werbekonto, Pixel, Landingpage?Ihnen; Agentur hat Partnerzugriff; Übergabe geregelt„Läuft alles über unser Konto“
4Wem gehören die Anfragen, wie ist DSGVO geregelt?AV-Vertrag (Art. 28 DSGVO), Einwilligungsprotokoll, keine DrittnutzungAgentur „besitzt“ Leads; Einwilligung unklar
5Laufzeit, Kündigung, Verlängerung?3–6 Monate Mindestlaufzeit, danach monatlich, keine stille Verlängerung12–24 Monate, automatische Verlängerung, 3 Monate Frist
6Was zeigt das Reporting?Anfragen, Termine, Erscheinungsquote, Aufträge, Kosten je Termin; KontozugriffReichweite, Impressionen, Klicks, Engagement
7Welche Betriebe in meinem Gewerk?2–3 Cases mit Namen, Zahlen, Kontaktanonyme Logos, branchenfremde Cases
8Was bedeutet die Garantie?Zahl, Zeitraum, Folge bei Verfehlung, Ihre Mitwirkungspflichten„Ergebnis-Garantie“ ohne Definition, „98 % Erfolgsquote“
9Werbebudget getrennt vom Honorar?ja, Budget über Ihr Zahlungsmittel, beides einzeln sichtbar„All-inclusive“ ohne Aufschlüsselung
10Wer arbeitet an meinem Konto?benannte Person, Telefon, Reaktion < 1 WerktagVerkäufer weg, Ticketsystem
11Was passiert bei Zielverfehlung?Weiterarbeit ohne Honorar, Rückzahlung oder Ausstieg„Dann optimieren wir weiter“ bei laufendem Honorar
12Darf ich zwei Kunden anrufen?„Ja, hier sind Name und Nummer“Datenschutz als Ausrede, nur gebriefte Referenzen

Fragen so stellen, dass der Anbieter sein Modell erklären muss (kalibrierte Fragen nach Chris Voss). Antworten schriftlich verlangen.

Die 12 Fragen vor der Unterschrift

1. Wie viele Betriebe in meinem Gewerk und meiner Region betreuen Sie gleichzeitig?

Gute Antwort: eine konkrete Zahl je Bezirk oder Radius, schriftlich als Gebietsschutz im Vertrag, mit der Klausel, dass Anfragen nicht weiterverkauft oder nach Vertragsende „weiterverwertet“ werden. Warnsignal: „Wir haben so viele Anfragen, da ist für alle genug“, oder eine Agentur, die dieselbe Landingpage für drei Fensterbauer im Umkreis von 30 Kilometern betreibt. Anfragenfluss formuliert die Kontrollfrage präzise: „Wird die Anfrage an genau einen Betrieb übergeben? Wird sie später weiterverwertet? Lass dir die Exklusivität schriftlich zusichern.“

2. Was genau ist bei Ihnen eine „qualifizierte Anfrage“?

Gute Antwort: eine Definition mit mindestens vier Kriterien, etwa Projekt konkret, Budget vorhanden, Start innerhalb von sechs Monaten, Wohnort im Einzugsgebiet, und ein Prozess, wie das geprüft wird (Formularfragen, Telefonat). Warnsignal: „Eine Anfrage ist, wenn jemand das Formular ausfüllt.“ Dann zahlen Sie für Preisabfrager und Nachbarn, die „nur mal schauen“. Ein ausgefülltes Formular ist Interesse, kein Kaufsignal.

3. Auf wessen Namen laufen Werbekonto, Pixel und Landingpage?

Gute Antwort: Werbekonto und Meta-Pixel auf Ihren Betrieb, die Agentur hat Partnerzugriff; Landingpage und Domain gehören Ihnen oder werden bei Vertragsende übergeben. Warnsignal: „Das läuft alles über unser Agenturkonto, das ist einfacher für Sie.“ Dann verlieren Sie bei Kündigung die Kampagnendaten, die Zielgruppen und die Lernhistorie, die Meta und Google über Monate aufgebaut haben, und starten beim nächsten Anbieter bei null.

Die Kanzlei Avervo empfiehlt vor jeder Agenturkündigung zu prüfen, „wer Administratorinhaber ist“ und „unter welcher E-Mail-Adresse Konten registriert sind“ (2026). Klären Sie das vorher.

4. Wem gehören die Anfragen und wie ist der Datenschutz geregelt?

Gute Antwort: Die Anfragedaten werden in Ihrem Auftrag erhoben (Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO), Sie erhalten jede Anfrage vollständig, die Agentur nutzt die Daten nicht für andere Kunden, und die Einwilligung des Interessenten wird protokolliert. Warnsignal: Die Agentur „besitzt“ die Leads und „stellt sie zur Verfügung“, oder sie kann nicht sagen, wie der Interessent eingewilligt hat.

Beim Kauf von Leads braucht der Käufer laut IT-Recht Kanzlei (2025) eine Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO und für Werbeanrufe nach § 7 UWG, samt Dokumentation, „wann, wie und zu welchem Zweck die einzelne Einwilligung erfolgt ist“. Bußgelder gehen bis 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes. In Österreich gilt zusätzlich § 174 TKG für Werbeanrufe.

5. Wie lange läuft der Vertrag, wie kündige ich, und was passiert bei automatischer Verlängerung?

Gute Antwort: eine Mindestlaufzeit, die zur Lernphase passt (drei bis sechs Monate), danach monatlich kündbar, keine stillschweigende Verlängerung um ein weiteres Jahr. Warnsignal: 12 oder 24 Monate mit automatischer Verlängerung um dieselbe Dauer und einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Ein Herold-Kunde schreibt im August 2026: „Kündigungsfrist unbedingt großzügig vormerken, hier wird auf den Tag genau abgerechnet, ohne Spielraum.“ Zum Vergleich: Der Anbieter Werkavilo nennt öffentlich drei Monate Mindestlaufzeit, Nordsteg in Villach eine tägliche Kündigungsfrist. Es geht also.

6. Was sehe ich im Reporting, und wie oft?

Gute Antwort: ein Cockpit oder ein wöchentlicher Bericht mit Anfragen, qualifizierten Anfragen, Terminen, Erscheinungsquote, Angeboten, Aufträgen und Kosten je Termin, plus Zugriff auf das Werbekonto. Warnsignal: Reichweite, Impressionen, Klicks und „Engagement“. Ein Anbieter beschreibt das Muster bei Mitbewerbern so: „Sie liefern Reichweite statt Anfragen“ (kunden-maschine.de). Reichweite füllt keinen Kalender.

7. Welche Betriebe in meinem Gewerk haben Sie schon betreut, und was kam dabei heraus?

Gute Antwort: zwei bis drei Cases mit Firmenname, Zeitraum, Zahl der Anfragen, Terminen und Projektvolumen, und die Bereitschaft, den Kontakt herzustellen. Warnsignal: anonymisierte Logos, „ein Dachdecker aus Bayern“, oder Cases aus dem Coaching- oder Immobilienbereich. Ein Fensterbauer hat andere Saisonkurven und Einwände als ein Poolbauer. Wer beides „auch macht“, kennt keines.

8. Was bedeutet Ihre Garantie im Vertrag konkret?

Gute Antwort: ein messbares Ziel (etwa Zahl qualifizierter Anfragen oder Termine im Zeitraum), eine klare Folge bei Verfehlung (Weiterarbeit ohne Honorar, Rückzahlung, Verlängerung), und die Bedingungen, die Sie erfüllen müssen (Erstkontakt binnen zwei Stunden, Werbebudget bezahlt). Warnsignal: „Ergebnis-Garantie“ ohne Zahl, „98 % Erfolgsquote“ ohne Definition, oder eine Garantie, die nur greift, wenn Sie Bedingungen erfüllen, die im Vertrag nicht stehen.

Alex Hormozi unterscheidet in „$100M Offers“ (2021) unbedingte Garantien (Geld zurück, egal warum), bedingte Garantien (Leistung, wenn der Kunde seinen Teil erfüllt) und Anti-Garantien (bewusst keine, mit Begründung). Alle drei sind legitim. Nicht legitim ist die vierte Sorte: das Wort „Garantie“ ohne eine der drei Mechaniken dahinter. Was eine Garantie im Lead-Geschäft wert ist und wie unsere vertraglich aussieht, erklären wir auf der Seite Was eine Erfolgsgarantie im Lead-Geschäft wirklich bedeutet.

9. Ist das Werbebudget im Honorar enthalten oder getrennt?

Gute Antwort: getrennt. Das Werbebudget zahlen Sie direkt an Meta oder Google über Ihre eigene Zahlungsmethode, das Honorar an die Agentur, und Sie sehen beides einzeln. Warnsignal: ein „All-inclusive-Paket“ für 2.490 € im Monat, bei dem niemand sagt, wie viel davon in Werbung fließt.

Nach unserer Erfahrung liegen bei solchen Paketen oft nur 30 % bis 40 % im Werbekonto, der Rest ist Marge. Ein Betrieb mit 1,5 Mio. € Umsatz braucht nach unseren Erfahrungswerten 1.500 € bis 3.000 € Werbebudget pro Monat, das muss sichtbar sein.

10. Wer arbeitet an meinem Konto, und wie erreiche ich diese Person?

Gute Antwort: ein benannter Ansprechpartner mit Telefonnummer, Reaktionszeit unter einem Werktag, ein Team, das Sie kennenlernen können. Warnsignal: Der Verkäufer verschwindet nach der Unterschrift, danach gibt es ein Ticketsystem. Ein Herold-Kunde beschreibt genau das: „Außendienstmitarbeiter unerreichbar nach Vertragsabschluss“, ein anderer wartete „3 Wochen auf eine Ad-Kampagne“ (Trustpilot, 2026).

11. Was passiert, wenn das Ziel nach der Mindestlaufzeit nicht erreicht ist?

Gute Antwort: eine vertraglich fixierte Folge, die der Agentur wehtut, nicht Ihnen: Weiterarbeit ohne Betreuungsgebühr, Teilrückzahlung, oder ein Ausstiegsrecht ohne Restlaufzeit. Warnsignal: „Dann optimieren wir weiter“ bei laufendem Honorar, oder der Hinweis, dass Ergebnisse „von vielen Faktoren abhängen“. Das stimmt zwar, entbindet aber nicht von einer Antwort.

12. Darf ich zwei Ihrer Kunden aus meinem Gewerk anrufen, bevor ich unterschreibe?

Gute Antwort: „Ja, hier sind Name und Nummer, ich sage ihnen Bescheid.“ Warnsignal: Datenschutz als Ausrede, oder nur Referenzen, die die Agentur vorher gebrieft hat. Fragen Sie am Telefon: Wie viele Termine pro Woche? Wie lange bis zur ersten Anfrage? Was war das größte Problem in den ersten drei Monaten? Würden Sie noch einmal unterschreiben?

Vertrags-Checkliste: Was im Vertrag stehen muss

Prüfen Sie jeden Agenturvertrag vor der Unterschrift auf diese zwölf Punkte. Fehlt einer, lassen Sie ihn nachtragen. Ein Anbieter, der das verweigert, hat Ihnen seine Antwort auf die Frage schon gegeben.

  • Leistungsbeschreibung: Kanäle, Landingpage, Qualifizierung (Formular, Telefon), Terminvereinbarung ja/nein.
  • Definition „qualifizierte Anfrage“ mit Kriterien und Reklamationsrecht bei Anfragen, die sie nicht erfüllen.
  • Exklusivität: Gebietsschutz mit Radius oder Bezirken, Verbot der Mehrfachvergabe und der Weiterverwertung nach Vertragsende.
  • Kontenbesitz: Werbekonto, Pixel, Business Manager, Landingpage, Domain, Tracking auf Ihren Namen oder Übergabe bei Vertragsende.
  • Datenschutz: Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Einwilligungsprotokoll je Anfrage, keine Nutzung für Dritte.
  • Laufzeit, Kündigungsfrist, keine stillschweigende Verlängerung über einen Monat hinaus.
  • Honorar und Werbebudget getrennt ausgewiesen; Werbebudget über Ihr Zahlungsmittel.
  • Reporting: Kennzahlen, Frequenz, Zugriff auf das Werbekonto.
  • Ziel und Garantie: Zahl, Zeitraum, Folge bei Verfehlung, Ihre Mitwirkungspflichten (Reaktionszeit).
  • Testphase oder Abbruchrecht in den ersten Wochen nach Live-Schaltung.
  • Ansprechpartner namentlich, Reaktionszeit.
  • Übergabe bei Vertragsende: Kampagnendaten, Zielgruppen, Anfragenliste, Creatives.
Checkliste auf Klemmbrett mit abgehakten Punkten auf einem Werkstatttisch

Welche Preismodelle gibt es, und was sind ihre Haken?

Am Markt gibt es drei Preismodelle, und jedes verschiebt das Risiko anders: Setup plus monatlicher Retainer, Erfolgsbasis je Termin oder Auftrag, und Pay-per-Lead. Keines ist per se unseriös. Entscheidend ist, ob das Modell zu Ihrem Auftragswert und Ihrer Organisation passt.

Preismodelle von Leadagenturen im Vergleich
ModellSo funktioniert esVorteile für den BetriebNachteile / HakenPasst zu
Setup + monatlicher Retainereinmaliger Systemaufbau, fixes Honorar pro Monat, Werbebudget separat an Meta/GoogleSystem, Daten und Konten können dem Betrieb gehören; Agentur hat Interesse an langfristiger Wirkung; planbare KostenKosten laufen auch bei schwachen Monaten; Mindestlaufzeit; Qualität hängt an der BetreuungBetriebe ab ca. 500.000 € Umsatz mit Wachstumsziel und eigener Anfragenbearbeitung
Erfolgsbasis je Termin oder AuftragBezahlung nur für wahrgenommene Termine oder abgeschlossene AufträgeRisiko liegt bei der Agentur; leicht zu rechnenAnreiz zu „weichen“ Terminen; Streit um die Definition; Agentur bevorzugt Betriebe mit hoher Abschlussquote; Daten bleiben oft bei der AgenturBetriebe mit hohem Auftragswert und geübtem Vertrieb
Pay-per-LeadFestpreis je gelieferter Anfragekein Fixum, sofort skalierbar, kein Vertrag nötigAnreiz zur Mehrfachvergabe; Qualität schwankt; kein eigenes System, keine Daten; oft Portalmodell im Agenturgewandkurzfristige Lücken, Test eines Gewerks, Betriebe mit schneller Reaktion

Preisspannen bewusst nicht genannt, da sie stark nach Gewerk, Region und Leistungsumfang variieren. Öffentlich einsehbare Beispiele: Werkavilo ab 690 €/Monat plus Werbebudget, 3 Monate Mindestlaufzeit (werkavilo.de, 2026); Nordsteg Mindest-Werbebudget 1.500 €/Monat, tägliche Kündigungsfrist (nordsteg.at, 2026).

Nehmen wir einen Wintergarten-Bauer aus der Südoststeiermark mit 18 Mitarbeitern und 2,6 Mio. € Umsatz, ein Beispiel, kein Kunde. Sein Auftragswert liegt bei 42.000 €, der Deckungsbeitrag bei rund 14.000 €. Bei Pay-per-Lead zahlt er 120 € je Anfrage, exklusiv, und braucht nach unseren Funnel-Erfahrungswerten rund acht qualifizierte Anfragen je Auftrag: 960 € je Auftrag, 7 % des Deckungsbeitrags. Ein Traumwert, solange die Anfragen wirklich exklusiv und qualifiziert sind.

Bei Erfolgsbasis zahlt er 350 € je wahrgenommenem Termin; bei 30 % Abschluss ab Termin sind das rund 1.170 € je Auftrag, 8 %. Beim Retainer zahlt er Werbebudget und Honorar unabhängig vom Ergebnis, dafür gehören ihm System und Daten. Alle drei sind für ihn tragbar.

Rechenbeispiel (illustrativ): Derselbe Wintergarten-Bauer im Retainer-Modell: 2.500 € Werbebudget und ein Betreuungshonorar pro Monat, das wir hier bewusst nicht beziffern. Erfahrungswert aus unseren Kampagnen (2024–2026) für Wintergärten: 60 € bis 140 € Werbebudget je qualifizierter Anfrage, also bei 2.500 € rund 18 bis 40 Anfragen im Monat.

Bei 50 % Terminquote, 85 % Erscheinungsquote und 30 % Abschluss ab Termin ergibt das 2,3 bis 5 Aufträge im Monat. Ob das Honorar dazu passt, prüfen Sie mit der 15-%-Regel aus dem Artikel Was kostet ein Lead im Handwerk?: Alle Kosten je Auftrag, inklusive Honorar und eigener Vertriebszeit, unter 15 % des Deckungsbeitrags von 14.000 €, also unter 2.100 €.

Der Haken jedes Modells liegt im Detail. Pay-per-Lead lädt zur Mehrfachvergabe ein, weil die Agentur pro verkauftem Lead verdient; Erfolgsbasis je Termin lädt dazu ein, Termine „weich“ zu vereinbaren, die dann nicht stattfinden; der Retainer lädt dazu ein, sich nach der Unterschrift zurückzulehnen. Fragen Sie deshalb bei jedem Modell, wie die Agentur das jeweilige Risiko selbst eindämmt.

Wenn Sie sehen wollen, wie ein solches System für Ihr Gewerk aussieht und wie wir die zwölf Fragen für Ihren Betrieb beantworten: Erstgespräch vereinbaren.

Rote Flaggen aus echten Erfahrungsberichten

Die folgenden Warnsignale stammen nicht aus unserer Fantasie, sondern aus Bewertungen und Foren, in denen Betriebe über Agenturen, Verzeichnisse und Lead-Abos berichten. Sie wiederholen sich über Länder und Anbieter hinweg.

  • Druck zum Sofortabschluss. „Das Gebiet ist morgen weg.“ Anfragenfluss nennt das ausdrücklich als Red Flag (2026). Ein Gebiet, das morgen weg ist, war nie exklusiv.
  • Abo läuft nach Kündigung weiter. „Abofalle läuft trotz Absage weiter, 279 € pro Monat für nichts“ (Herold-Kunde, Trustpilot, Juni 2026). Prüfen Sie Verlängerungsklauseln und Kündigungsform (schriftlich, eingeschrieben?).
  • Versprechen vor der Unterschrift, Schweigen danach. „Nach mehr als einem halben Jahr läuft noch immer die Demo-Website, keine Rückrufe“ (Trustpilot, April 2026).
  • Garantie als Verkaufsargument, nicht als Klausel. Anbieter mit „Ergebnis-Garantie“ und „98 % Erfolgsquote“ auf der Startseite, ohne sichtbare Bedingungen.
  • Bezahlt wird pro Kontakt, egal ob echt. „39 ‚leads' total and only 3 were real people“ (Angi-Leads-Kunde, Trustpilot, Juni 2026). Das ist das Portalmodell im Agenturgewand.
  • Bewertungen als Geisel. „I have been told stories of contractors being held hostage over reviews. Pay or else“ (Mike-Holt-Forum). Ihre Bewertungen gehören auf Ihr Google-Profil, nicht auf die Plattform der Agentur.
  • Reichweite als Ergebnis. Wer Ihnen nach drei Monaten 200.000 Impressionen präsentiert und keine Termine, verkauft Ihnen Sichtbarkeit, die Sie nicht bestellt haben.

Wenden Sie die 12 Fragen auf uns an

Wir haben die zwölf Fragen für Junghirsch beantwortet, so wie wir sie im Erstgespräch beantworten. Preise nennen wir hier nicht, die hängen von Gewerk, Region und Ziel ab und gehören ins Gespräch, nicht in einen Ratgeber. Alles andere steht hier.

  1. Exklusivität: Wir arbeiten mit wenigen Partnerbetrieben je Gewerk und Region, nicht mit einem einzigen. Fragen Sie nach der konkreten Zahl für Ihren Bezirk, wir nennen sie. Anfragen werden nicht mehrfach vergeben.
  2. Qualifizierte Anfrage: Budget vorhanden, Projekt konkret, Start innerhalb von etwa sechs Monaten, aus Ihrer Region, exklusiv. Geprüft über Formular und Warm-up, übergeben als terminreife Anfrage im Partner-Cockpit.
  3. Kontenbesitz: Das Werbebudget zahlen Sie direkt an Meta und Google. Wie Werbekonto, Pixel und Landingpage bei Vertragsende übergeben werden, lassen Sie sich von uns schriftlich bestätigen, so wie von jedem anderen Anbieter. Wir beantworten das im Erstgespräch konkret.
  4. Datenhoheit: Jede Anfrage geht vollständig an Sie. Auftragsverarbeitung und Einwilligungsprotokoll sind Teil des Vertrags; fragen Sie danach.
  5. Laufzeit: Es gibt eine Mindestlaufzeit, weil ein System zwei bis drei Monate Lernphase braucht. Die Ziel-Garantie greift bei Laufzeiten ab sechs Monaten. Keine stillschweigende Verlängerung über die Kündigungsfrist hinaus.
  6. Reporting: Partner-Cockpit mit jeder Anfrage, Status, Terminen und Kennzahlen. Sie sehen, was ankommt, nicht nur, was ausgegeben wurde.
  7. Gewerkeerfahrung: Seit 2014, über 100 Partnerbetriebe, über 95.000 Anfragen in zehn Gewerken. Öffentliche Cases mit Namen: Kläusler Fenster (438 Anfragen in 12 Monaten, 1,9 Mio. € Projektvolumen), HM Werke (582 Anfragen, 1,7 Mio. €), Upscale Design & Möbel (167 Anfragen, 840.000 €), effe Wellness (129 Anfragen, 91 % Erscheinungsquote).
  8. Garantie: Wird das vereinbarte Ziel bis Ende der Mindestlaufzeit nicht erreicht, arbeiten wir ohne Betreuungsgebühr weiter, bis es erreicht ist. Das ist eine bedingte Garantie im Sinne Hormozis: Sie setzt voraus, dass Sie Anfragen zeitnah bearbeiten und das Werbebudget läuft.
  9. Werbebudget getrennt: Ja. Einmaliger Systemaufbau, monatliche Betreuung, Werbebudget direkt an die Plattformen. Drei Positionen, drei Rechnungen.
  10. Team: Neun Personen in Wels, Oberösterreich. Sie kennen Ihren Ansprechpartner vor der Unterschrift.
  11. Zielverfehlung: siehe Frage 8. Dazu eine Testphase nach Live-Schaltung, in der Sie das System an echten Anfragen prüfen.
  12. Referenzen anrufen: Ja. Wir stellen den Kontakt zu Partnerbetrieben aus Ihrem oder einem verwandten Gewerk her.

Und die Gegenposition, die wir jedem Interessenten sagen: Unter etwa 500.000 € Umsatz rechnet sich ein solches System selten, und ohne echte Wachstumsabsicht ist es Geldverschwendung. Wer zwei Monteure hat und ausgelastet ist, braucht keine 30 Anfragen im Monat.

Wann Sie keine Agentur brauchen

Sie brauchen keine Leadagentur, wenn eine der folgenden vier Bedingungen zutrifft. In diesen Fällen ist das Geld an anderer Stelle besser angelegt, und eine Agentur, die Ihnen trotzdem verkauft, hat die erste rote Flagge selbst gehisst.

  • Ihr Auftragsvorrat reicht über 12 Wochen und Sie wollen nicht wachsen. Der ZDH meldet für das deutsche Handwerk im zweiten Quartal 2026 eine Auftragsreichweite von 8,7 Wochen bei 76 % Auslastung. Liegen Sie deutlich darüber, füllt eine Agentur einen Kalender, der schon voll ist.
  • Niemand kann Anfragen innerhalb von zwei Stunden bearbeiten. Die durchschnittliche Reaktionszeit auf Online-Anfragen liegt bei 42 Stunden, 23 % der Unternehmen antworten nie (Harvard Business Review, 2011). Wer keine Bürokraft oder keinen Prozess hat, verbrennt jede Anfrage, egal wie gut sie ist. Lösen Sie zuerst die Erreichbarkeit.
  • Ihr Auftragswert liegt unter 3.000 €. Bei 35 % Deckungsbeitrag bleiben 1.050 €, davon 15 % sind 158 € für die gesamte Kundengewinnung je Auftrag. Das trägt keine Agentur. Hier funktionieren Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und Empfehlungen besser.
  • Sie wollen es selbst lernen und haben fünf Stunden pro Woche dafür. Dann lesen Sie unseren Leitfaden zur Online-Werbung für Handwerksbetriebe und starten mit 500 € Monatsbudget. Das ist langsamer, aber Sie behalten alles.

Wie viel Budget ein Betrieb Ihrer Größe überhaupt in Kundengewinnung stecken sollte, bevor die Agenturfrage sinnvoll ist, zeigt der Artikel Marketingbudget im Handwerk: Rückwärtsrechnung von der Auslastung zum Werbebudget.

Was in Österreich anders ist

In Österreich ist der Agenturmarkt für Handwerk klein, und die meisten Anbieter, die Ihnen begegnen, sitzen in Deutschland und kennen weder Innung noch Sanierungsbonus. Prüfen Sie deshalb bei Frage 7 gezielt, ob die Agentur österreichische Betriebe betreut und die Begriffe richtig verwendet: Installateur statt SHK, Spengler statt Klempner, Tischler statt Schreiner, Baumeister statt Bauunternehmer. Eine Anzeige mit „Klempner gesucht“ in Oberösterreich kostet Klicks und bringt keine Anfragen.

Zwei österreichische Besonderheiten gehören in den Vertrag. Erstens die Förderlage: Der Sanierungsbonus war 2026 am 2. Februar ausgeschöpft, die Kesseltausch-Registrierung Mitte Juli geschlossen (Sanierungsoffensive, BMLUK). Eine Agentur, die im Herbst 2026 noch mit „Jetzt Förderung sichern“ wirbt, produziert Anfragen, die Sie enttäuschen müssen. Zweitens das Datenschutzrecht: Neben der DSGVO gilt das österreichische DSG, und Werbeanrufe ohne Einwilligung sind nach § 174 TKG verboten. Verlangen Sie das Einwilligungsprotokoll je Anfrage.

Verzeichnisverträge sind in Österreich das häufigste Ärgernis: Herold-Marketingpakete mit Jahreslaufzeit und taggenauer Kündigungsfrist erzeugen auf Trustpilot (3,5 Sterne aus 111 Bewertungen, 2026) die Berichte, die oben zitiert sind. Die WKO-Landeskammern bieten kostenlose Rechtsauskunft zu Vertragsklauseln; nutzen Sie das vor der Unterschrift, nicht danach. Schweiz: Rechnen Sie in CHF, klären Sie, ob die Agentur mit dem Schweizer DSG und dem Gebäudeprogramm vertraut ist, und prüfen Sie, ob Referenzen aus der Deutschschweiz stammen.

Was bleibt

Schicken Sie jeder Agentur, die in Frage kommt, die zwölf Fragen vor dem Erstgespräch per E-Mail und verlangen Sie schriftliche Antworten. Wer drei Fragen ausweicht, ist raus. Wer alle zwölf beantwortet, hat sich die Unterschrift verdient, und das gilt auch für uns.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine seriöse Leadagentur fürs Handwerk?

An schriftlichen Antworten auf zwölf Fragen: Exklusivität mit Gebietsschutz, Definition der qualifizierten Anfrage, Kontenbesitz (Werbekonto, Pixel, Landingpage beim Betrieb), Datenhoheit mit AV-Vertrag, Laufzeit ohne stille Verlängerung, Reporting in Terminen statt Klicks, Cases mit Namen, definierte Garantie, getrenntes Werbebudget, benannter Ansprechpartner, Folge bei Zielverfehlung und anrufbare Referenzen. Wer drei davon ausweicht, ist raus.

Was kostet eine Leadagentur für Handwerker im Monat?

Das hängt vom Modell ab. Öffentlich nennen etwa Werkavilo Pakete ab 690 € pro Monat plus Werbebudget und Nordsteg ein Mindest-Werbebudget von 1.500 € pro Monat. Nach unseren Erfahrungswerten braucht ein Betrieb mit 1,5 Mio. € Umsatz 1.500 € bis 3.000 € Werbebudget monatlich, das Honorar kommt dazu. Prüfen Sie alle Kosten je Auftrag gegen 15 % Ihres Deckungsbeitrags.

Wem sollten Werbekonto und Landingpage gehören?

Ihrem Betrieb. Werbekonto und Meta-Pixel laufen auf Ihren Namen, die Agentur erhält Partnerzugriff; Landingpage und Domain gehören Ihnen oder werden bei Vertragsende übergeben. Läuft alles über das Agenturkonto, verlieren Sie bei Kündigung Kampagnendaten, Zielgruppen und Lernhistorie und starten beim nächsten Anbieter bei null. Klären Sie das vor der Unterschrift, nicht bei der Kündigung.

Ist eine Anfragen-Garantie ein Warnsignal?

Nur, wenn sie keine Definition hat. Eine seriöse Garantie nennt ein messbares Ziel, einen Zeitraum, eine Folge bei Verfehlung (Weiterarbeit ohne Honorar, Rückzahlung, Ausstieg) und Ihre Mitwirkungspflichten wie die Reaktionszeit. „Ergebnis-Garantie“ oder „98 % Erfolgsquote“ ohne Bedingungen sind Verkaufsargumente, keine Klauseln. Alex Hormozi unterscheidet bedingte, unbedingte und Anti-Garantien; alle drei sind legitim, das Wort allein nicht.

Welche Vertragslaufzeit ist bei einer Leadagentur üblich?

Seriöse Anbieter arbeiten mit drei bis sechs Monaten Mindestlaufzeit, weil ein System zwei bis drei Monate Lernphase braucht, danach monatlich kündbar. Warnsignal sind 12 oder 24 Monate mit automatischer Verlängerung um dieselbe Dauer und drei Monaten Kündigungsfrist. Öffentliche Gegenbeispiele: Werkavilo mit drei Monaten Mindestlaufzeit, Nordsteg mit täglicher Kündigungsfrist. Verlängerungsklauseln immer im Kalender vormerken.

Was muss eine Leadagentur beim Datenschutz beachten?

Die Anfragedaten werden in Ihrem Auftrag erhoben, also braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Der Interessent muss nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO eingewilligt haben, für Werbeanrufe zusätzlich nach § 7 UWG (Deutschland) beziehungsweise § 174 TKG (Österreich), und die Einwilligung muss protokolliert sein. Bußgelder reichen bis 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes; Abmahnungen durch Mitbewerber kommen dazu.

Wann brauche ich keine Leadagentur?

Wenn Ihr Auftragsvorrat über 12 Wochen reicht und Sie nicht wachsen wollen, wenn niemand Anfragen binnen zwei Stunden bearbeiten kann, wenn Ihr Auftragswert unter 3.000 € liegt, oder wenn Sie es mit fünf Stunden pro Woche selbst lernen wollen. Unter etwa 500.000 € Umsatz rechnet sich ein Agentursystem selten. In diesen Fällen sind Erreichbarkeit, Google-Profil und Bewertungen die besseren Hebel.

Für Betriebe ab 500.000 € Umsatz

Wie sieht ein Neukunden-System für Ihr Gewerk aus?

Im Erstgespräch rechnen wir mit Ihren Zahlen: wie viele qualifizierte Anfragen Sie brauchen, was sie in Ihrer Region kosten und ob sich ein System für Ihren Betrieb rechnet. Ehrlich, auch wenn die Antwort nein ist.

Erstgespräch vereinbarenUnverbindlich · Antwort innerhalb von 24 Stunden

Quellen