- Eine qualifizierte, exklusive Anfrage für Dach, Spengler und Fassade kostet nach Junghirsch-Erfahrungswerten (2024–2026) 45 € bis 110 €; geteilte Portal-Leads in Deutschland 29 € bis 120 €.
- Der Neubauanteil am Steildach ist auf 9,7 % gefallen, über 50 % der Dachdeckeraufträge sind energetische Sanierungen (dach.live, 2025); das deutsche Dachdeckerhandwerk stagnierte 2025 bei 13,5 Mrd. € Umsatz (ZVDH, 2026).
- Reparatur- und Sturmanfragen kommen über Google, Dachsanierungen mit 18.000 € bis 45.000 € Auftragswert über Meta; beide Ströme brauchen getrennte Kampagnen und getrennte Qualifizierung.
- Die Kampagne für das Frühjahr startet im Jänner: Zwischen Sanierungsanfrage und Baustelle liegen 8 bis 14 Wochen für Aufmaß, Angebot und Förderantrag.
- Der österreichische Sanierungsbonus 2026 war am 2. Februar ausgeschöpft; in Deutschland gelten seit 21. Juli 2026 15 % BEG-Förderung auf maximal 30.000 € für Dach- und Fassadendämmung.
- Für 400.000 € Zusatzumsatz aus Dachsanierungen braucht ein Betrieb rund 146 qualifizierte Anfragen und etwa 11.000 € Werbebudget (illustratives Rechenbeispiel).
Dachdecker, Spengler und Fassadenbetriebe bekommen 2026 zwei völlig verschiedene Arten von Anfragen: die dringende Reparatur nach Sturm oder Wassereintritt, die über Google kommt, und die geplante Dachsanierung mit 18.000 € bis 45.000 € Auftragswert, die über Meta angestoßen wird. Wer beide Ströme getrennt bewirbt und getrennt qualifiziert, zahlt nach unseren Erfahrungswerten (2024–2026) 45 € bis 110 € je qualifizierter Anfrage und füllt den Auftragsvorrat für März bis Juni bereits im Jänner.
Das Umfeld ist stabil, aber nicht bequem. Das deutsche Dachdeckerhandwerk hat 2025 mit 13,5 Mrd. € Umsatz stagniert (ZVDH, März 2026), in Österreich melden Gewerbe und Handwerk real −3,3 % Umsatz (WKO, Q1/2026). Der Neubau fällt als Standbein weg: Nur noch 9,7 % der Steildach-Aufträge kommen aus dem Neubau, über 50 % sind energetische Sanierungen (dach.live, Dezember 2025). Genau dort entscheidet sich, wer 2026 ausgelastet ist.
Dieser Artikel ist Teil unseres Leitfadens zur Neukundengewinnung im Handwerk. Er liefert Ihnen die Marktzahlen für DE und AT, die Kosten je Anfrage, den Saisonkalender, die fünf Qualifizierungsfragen fürs Dach, die typischen Einwände samt Antworten und ein Rechenbeispiel für einen Betrieb mit 16 Mitarbeitern.
Wie ist die Marktlage für Dach, Spengler und Fassade 2026?
Stabil im Volumen, verschoben in der Struktur: weniger Neubau, mehr Sanierung und Reparatur, dazu Photovoltaik als Zusatzgeschäft. In Deutschland arbeiten 15.241 Dachdeckerbetriebe mit 61.723 gewerblichen Arbeitnehmern; 78 % der Betriebe haben weniger als 10 Beschäftigte, die Insolvenzquote lag 2025 bei 0,7 % (ZVDH, 24.03.2026).
Die Auftragsstruktur hat sich in drei Jahren gedreht: Der Anteil Steildach-Neubau fiel von 15,3 % auf 9,7 %, Flachdach-Neubau von 24,8 % auf 17,9 %. Reparaturen am Steildach machen über 30 % aus, Flachdach-Reparaturen 28,2 % (dach.live, Dezember 2025). Ein Betrieb, der nur auf Bauträger und Architekten wartet, verliert also den größten Teil des Marktes aus dem Blick.
In Österreich zählt die Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler 3.097 aktive Mitglieder und 2.579 Unternehmen mit 15.604 Beschäftigten; die Umsatzerlöse lagen 2024 bei 3,053 Mrd. €. 86,2 % der Betriebe haben höchstens 9 Arbeitnehmer (WKO Branchendaten FV 103, Stand 31.12.2025). Ein Betrieb mit 16 Leuten gehört damit zu den größten 14 % seiner Innung.
Ein Dämpfer für das Reparaturgeschäft: Die Sturmsaison 2025/26 war mild. Sturm- und Hagelschäden an Gebäuden lagen im ersten Halbjahr 2026 bei rund 400 Mio. € nach 500 Mio. € im Vorjahreszeitraum; „größere Winterstürme sind ausgeblieben“ (GDV, 01.09.2026). Wer sein Jahr auf Sturmanfragen baut, plant mit dem Wetter. Das ist keine Strategie.
Wer kauft eine Dachsanierung, und warum gerade jetzt?
Der typische Käufer ist Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit Baujahr vor 1995, zwischen 45 und 65 Jahre alt, und hat einen konkreten Auslöser: Feuchtigkeit im Dachboden, lose Ziegel nach Wind, eine geplante PV-Anlage oder die Übergabe des Hauses an die Kinder. Ohne Auslöser sanieren die wenigsten. Die energetische Sanierungsquote in Deutschland lag 2025 bei nur 0,67 % (BuVEG, Februar 2026).
Die Entscheidungsdauer unterscheidet sich stark nach Anlass. Eine Reparatur wird binnen 1 bis 3 Tagen vergeben, oft an den Betrieb, der zuerst erreichbar ist. Eine Dachsanierung braucht nach unseren Erfahrungswerten 6 bis 16 Wochen vom Erstkontakt bis zur Unterschrift, weil Förderantrag, Energieberater und Finanzierung dazwischen liegen. Eine Fassadendämmung (WDVS) mit 25.000 € bis 60.000 € dauert oft noch länger.
Zu den Auftragswerten: Eine Neueindeckung mit Tonziegeln und Zwischensparrendämmung kostet für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche 18.000 € bis 31.000 € inklusive Gerüst und Entsorgung; Tonziegel liegen bei 100 € bis 160 € je m², Aufsparrendämmung bei 120 € bis 250 € je m² (DachRadar, April 2026). Mit Spenglerarbeiten, Dachfenstern und PV-Unterkonstruktion landen viele Projekte bei 35.000 € bis 45.000 €.
Ein Denkmodell hilft bei der Planung: Byron Sharp beschreibt in „How Brands Grow“ (2010) sogenannte Category Entry Points, also die Situationen, in denen ein Kunde an eine Kategorie denkt. Fürs Dach sind das mindestens fünf: Sturm, Wassereintritt, PV-Wunsch, Förderfenster und Hausübergabe. Ein Betrieb, der nur beim Suchbegriff „Dachdecker“ sichtbar ist, deckt einen davon ab.
Was kostet eine qualifizierte Anfrage für Dach und Fassade?
Nach unseren Erfahrungswerten aus Kampagnen (2024–2026) kostet eine qualifizierte, exklusive Anfrage im Segment Dach, Fassade und Spengler 45 € bis 110 € Werbebudget. Qualifiziert heißt bei uns: Budget vorhanden, Projekt konkret, Start innerhalb von rund 6 Monaten, aus der Region des Betriebs, nicht mehrfach vergeben. Marktweit reichen die Spannen deutlich weiter.
| Quelle / Kanal | Kosten je Anfrage | Exklusiv? | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Junghirsch-Korridor, qualifizierte Anfrage (Erfahrungswert 2024–2026) | 45–110 € | Ja | Budget, Projekt, Region und Zeitrahmen vorab geprüft; Werbebudget geht direkt an Meta/Google |
| Leadportale DE, geteilter Dach-Lead | 29–120 € | Nein (3–5 Betriebe) | anfragenfluss.de, Juli 2026; leadfluss.de nennt 50–100 € |
| Google Ads DACH, Dachdecker/Zimmerei (Rohanfrage) | ca. 35 € (20–65 €), CPC ca. 2,20 € | Ja, aber unqualifiziert | visnakovs.de, Q3/2026, Anbieterdaten; stark reparaturlastig |
| Google Ads US, Home Improvement (Median) | 90,92 $ CPL, 8,33 $ CPC | Ja | WordStream 2026; US-Richtwert, nicht DACH |
| Meta Lead Ads US, Home Improvement (Median) | 42,95 $ CPL | Ja, unqualifiziert | WordStream 2026; US-Richtwert |
| MyHammer / Check24 Profis (Kontaktgebühr) | 15–100 € bzw. 50–120 € | Nein | Erfahrungsberichte von Betrieben; Zahlung unabhängig vom Auftrag |
Marktspannen sind Anbieter- und Erfahrungswerte, keine Garantie. Entscheidend sind die Kosten je Aufmaßtermin und je Auftrag.
Die wichtigere Zahl ist der Preis je Aufmaßtermin und je Auftrag. Bei 50 % Terminquote und 85 % Erscheinungsquote kostet ein gehaltener Vor-Ort-Termin bei 75 € je Anfrage rund 176 €. Bei 78 % Angebotsquote und 30 % Abschlussquote landen Sie bei rund 750 € je Auftrag, also etwa 2,7 % eines 28.000-€-Projekts. Was diese Kennzahlen in anderen Gewerken bedeuten, zeigt der Artikel was ein qualifizierter Lead im Handwerk kostet.
Wir verkaufen selbst Neukunden-Systeme, deshalb gilt der Hinweis auch für uns: Rechnen Sie jeden Anbieter auf Kosten je Auftrag um, nicht auf Kosten je Lead. Wenn Sie sehen wollen, wie ein solches System für Ihren Dachdecker- oder Spenglerbetrieb aussieht: Erstgespräch vereinbaren.
Wann fragen Dachkunden an, und wann muss die Kampagne starten?
Die Anfragen für Sanierungen kommen zwischen März und Juni sowie im September und Oktober; die Ausführung läuft von April bis November. Dazwischen liegt eine Vorlaufzeit von 8 bis 14 Wochen, in der Aufmaß, Angebot, Förderantrag und Entscheidung passieren. Wer im März mit Werbung anfängt, hat im Mai Termine und im Juli die ersten Baustellen. Das ist zu spät für ein volles Frühjahr.
| Monat | Anfragen Sanierung/Fassade | Anfragen Reparatur/Sturm | Ausführung | Kampagnenfokus |
|---|---|---|---|---|
| Jänner | niedrig, aber Planungsphase | mittel (Winterstürme) | witterungsabhängig | Start Meta-Kampagne Sanierung, Förderfenster ankündigen |
| Februar | steigend | mittel | gering | Meta Sanierung, Google Notdienst dauerhaft |
| März | hoch | mittel–hoch | beginnt | Voller Betrieb beider Kanäle, Aufmaßtermine takten |
| April | Peak | mittel | hoch | Budget halten, Nachfass-Sequenz auf offene Angebote |
| Mai | Peak | mittel | hoch | PV-Kombination bewerben |
| Juni | hoch | hoch (Gewitter, Hagel) | hoch | Notdienst-Budget bei Unwetterwarnung verdoppeln |
| Juli | mittel | hoch (Hagel) | hoch | Fassade/WDVS für Herbstausführung |
| August | mittel | mittel | hoch | Herbstkampagne vorbereiten |
| September | hoch | mittel | hoch | Meta Sanierung „vor dem Winter“, Dachcheck-Angebot |
| Oktober | hoch | steigend (Herbststürme) | mittel–hoch | Letzte Ausführungstermine verkaufen, Frühjahr vorverkaufen |
| November | sinkend | hoch | gering | Google Notdienst, Anzahlung für Frühjahrstermine |
| Dezember | niedrig | mittel | gering | Bestandskunden anschreiben, Jahresplanung |
Erfahrungswerte aus Junghirsch-Kampagnen (2024–2026) und Auftragsstruktur laut dach.live (2025). Sturmanfragen weichen regional und je nach Wetterlage stark ab.
Sturmanfragen folgen keinem Kalender, aber einem Muster: Nach einem Sturmtag steigt das Suchvolumen für „Dachdecker Notdienst“ und „Sturmschaden Dach“ regional für 3 bis 7 Tage stark an. Eine dauerhaft laufende, kleine Google-Kampagne mit einem Notfall-Budget, das bei Wetterwarnungen verdoppelt wird, ist hier sinnvoller als Meta. Wie Sie Kampagnen über das Jahr takten, steht im Artikel zur Auslastung und Saisonplanung im Handwerk.
Welche Kanäle bringen Dachaufträge, und welche nicht?
Google bringt Reparatur und Notfall, Meta bringt Sanierung und Fassade, Empfehlung bringt beides, aber nicht planbar. Diese Aufteilung ist keine Geschmacksfrage, sondern folgt der Kaufsituation: Wer Wasser im Dachboden hat, sucht aktiv; wer über eine Sanierung nachdenkt, muss angestoßen werden.
Google Ads funktioniert für Reparatur, Sturmschaden, Flachdach undicht, Dachrinne und Spenglerarbeiten. Klickpreise für Dachdecker liegen in DACH-Konten bei rund 2,20 € (1,20 € bis 4,00 €), der Lead bei etwa 35 € (20 € bis 65 €) (visnakovs.de, Q3/2026, Anbieterdaten). Für die große Dachsanierung ist Google teurer und dünner, weil wenige Menschen aktiv danach suchen. Details zu Budget und Klickpreisen finden Sie im Artikel zu Google Ads für Handwerker.
Meta (Facebook, Instagram) erreicht Hausbesitzer über 45, die noch nicht suchen, aber ein altes Dach haben. Mit Bildern echter Baustellen aus dem Bezirk, einem Förder- oder PV-Aufhänger und einem Formular, das Baujahr, Dachfläche und Zeitrahmen abfragt, entstehen Sanierungsanfragen mit hohem Auftragswert. Ohne Qualifizierungsfragen im Formular kommen dagegen viele Preisabfrager.
Was nicht funktioniert: Instagram-Reichweite ohne Formular, Portale mit Mehrfachvergabe bei 30.000-€-Projekten und Postwurfsendungen ohne Anlass. Nur 37 % der Handwerksbetriebe schalten überhaupt Online-Anzeigen (Bitkom, August 2025). Der Wettbewerb um Sanierungsanfragen in Ihrem Bezirk ist deshalb kleiner, als er sich anfühlt.
Eine Einschränkung: Ein reiner Flachdach-Spezialist für Industrie und Gewerbe braucht dieses System nicht. Dort laufen Aufträge über Ausschreibungen, Generalunternehmer und Hausverwaltungen. Meta-Kampagnen an Privatkunden wären Geldverschwendung.
Die 5 Qualifizierungsfragen für Dach, Spengler und Fassade
Diese fünf Fragen trennen in unter zwei Minuten am Telefon die Sanierung vom Preisvergleich. Stellen Sie sie in dieser Reihenfolge, die letzte entscheidet über den Aufmaßtermin.
- „Was ist der Anlass?“ Wasser, Sturm, PV-Wunsch, Verkauf, Förderung. Der Anlass sagt Ihnen, wie dringend und wie groß das Projekt ist.
- „Welches Baujahr hat das Haus, und wann wurde das Dach zuletzt gemacht?“ Vor 1995 und nie saniert heißt fast immer Vollsanierung mit Dämmung.
- „Ist eine Photovoltaik-Anlage geplant oder schon drauf?“ Geplant: Sanierung vor PV verkaufen. Vorhanden: Demontage und Wiedermontage einkalkulieren.
- „Haben Sie schon einen Energieausweis oder einen Energieberater?“ Ohne Ausweis gibt es in Österreich keinen Sanierungsbonus. Das Thema öffnet die Fördertür.
- „Wenn das Angebot passt, wann soll das Dach fertig sein?“ „Irgendwann nächstes Jahr“ ist kein Termin. „Vor dem Winter“ ist einer.
Wer diese Fragen im Online-Formular vorwegnimmt, halbiert die Zahl der Preisabfrager. Wie der Erstkontakt danach in unter zwei Stunden ablaufen sollte, steht im Artikel zum Qualifizieren von Anfragen im Erstkontakt.
Welche Einwände hören Dachdecker, und was antworten Sie?
Die häufigsten Einwände bei Dachprojekten drehen sich um Zeitpunkt, Preis und Förderung. Alle drei lassen sich mit Zahlen beantworten, nicht mit Überredung.
- „Das Dach hält schon noch ein paar Jahre.“ Antwort: „Kann sein. Wir schauen es uns kostenlos an und sagen Ihnen ehrlich, ob es drei Jahre oder zehn Jahre sind. Wenn Sie ohnehin PV wollen, ist jetzt der günstigste Zeitpunkt, weil die Anlage sonst später runter und wieder rauf muss.“
- „Ich hole noch drei Angebote ein.“ Antwort: „Gut so. Achten Sie darauf, dass alle drei dieselbe Dämmstärke, dieselbe Unterspannbahn und das Gerüst enthalten. Ich schicke Ihnen unsere Positionen so, dass Sie sie nebeneinanderlegen können.“
- „Ohne Förderung mache ich das nicht.“ Antwort: „Dann planen wir den Antrag für das nächste Förderfenster ein und reservieren Ihnen den Ausführungstermin. In Österreich war der Sanierungsbonus 2026 nach fünf Wochen ausgeschöpft; wer im Jänner 2027 einreicht, hat die besten Chancen.“
- „Der andere ist 4.000 € billiger.“ Antwort: „Darf ich sehen, wo? Meist fehlt die Aufsparrendämmung oder die Spenglerarbeit ist als Regie ausgewiesen.“ Das ist keine Verhandlungstechnik, sondern eine Rechnung.
Förderungen als Vertriebshebel: Was 2026 in AT und DE gilt
Förderfenster sind die beste Terminvorgabe, die ein Dachdecker bekommen kann. Sie erzeugen echte Knappheit, die Sie nicht erfinden müssen. Robert Cialdini nennt das in „Influence“ das Prinzip der Knappheit; im Handwerk wirkt es nur, wenn die Frist wahr ist.
| Programm | Land | Was wird gefördert | Höhe | Stand 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Sanierungsbonus (Sanierungsoffensive) | AT Bund | Umfassende Sanierung inkl. Dachdämmung, Fassadendämmung als Einzelbauteil (mind. 50 % Fläche, 14 cm) | 30 %, max. 5.000 € Einzelbauteil, 15.000–20.000 € umfassend | Ausgeschöpft seit 02.02.2026; 2027 ca. 360 Mio. €, Sätze teils 20 % |
| Wohnbauförderung Sanierung | AT Oberösterreich | Einzelbauteil am Eigenheim (Dach, Fassade, Fenster), Gebäude ≥ 20 Jahre | 15 % Bauzuschuss bis 2.250 € je Bauteil oder 25 % Darlehenszuschuss | Aktiv, Antrag nach Fertigstellung |
| Wohnbauförderung Sanierung | AT Wien | Thermische Sanierung | bis 35 %, max. 12.000 € (Musterprojekt Fenster) | Aktiv, Stand August 2026 |
| BEG Einzelmaßnahmen (BAFA) | DE | Dachdämmung, Fassadendämmung, Fenster | 15 % auf max. 30.000 € je erster Wohneinheit; +5 % iSFP nur auf Kosten über 30.000 € | Neue Regeln seit 21.07.2026, Antrag vor Baubeginn |
| Solardachpflicht bei Dachsanierung | DE Nordrhein-Westfalen | Pflicht, keine Förderung: PV bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut | mind. 3 kWp (EFH/ZFH) oder 30 % der geeigneten Fläche | Seit 01.01.2026 |
Quellen: Sanierungsoffensive Infoblatt 2026, heizma.at (02.09.2026), Schmidinger (06/2026), hausbaumagazin.at (08/2026), varm.earth (07/2026), wohneigentum.nrw (11/2025). Richtlinien ändern sich; vor Angebotslegung prüfen.
In Österreich war der Sanierungsbonus 2026 bereits am 2. Februar 2026 ausgeschöpft; für 2027 sind erneut rund 360 Mio. € vorgesehen, die Fördersätze sollen teilweise von 30 % auf 20 % sinken, die Richtlinie kommt im Herbst 2026 (heizma.at, Stand 02.09.2026). Für Dachdecker heißt das: Die Dämmung des Dachs ist im Bund nur als Teil einer umfassenden Sanierung förderbar; die Fassadendämmung als Einzelbauteil mit bis zu 5.000 € (Sanierungsoffensive, Infoblatt 2026).
In Deutschland gilt seit 21. Juli 2026 für Dach, Fassade und Fenster der BEG-Fördersatz von 15 % auf maximal 30.000 € je erster Wohneinheit; der iSFP-Bonus von 5 % greift nur noch für Kosten über 30.000 € (varm.earth, Juli 2026). Dazu kommt in Nordrhein-Westfalen seit 1. Jänner 2026 die Solardachpflicht bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut, mindestens 3 kWp beim Einfamilienhaus (wohneigentum.nrw, November 2025). Das macht den Dachdecker automatisch zum PV-Vertriebspartner.
Der Vertriebshebel liegt im Nachfassen: Jede Änderung der Förderrichtlinie ist ein legitimer Anlass, alle offenen Angebote der letzten 12 Monate anzurufen. Über 60 % der Handwerkerangebote werden sonst nie nachgefasst (elektro.net, Juli 2026, Sekundärzitat DIHK).
Rechenbeispiel: Dachdecker- und Spenglerbetrieb mit 16 Mitarbeitern
Nehmen wir einen Dachdecker- und Spenglerbetrieb aus dem Bezirk Vöcklabruck mit 16 Mitarbeitern, zwei Montagepartien und 2,4 Mio. € Umsatz. Der Neubauanteil ist von 35 % auf 12 % gefallen; der Inhaber will 400.000 € Zusatzumsatz aus privaten Dachsanierungen, damit beide Partien von April bis November durchlaufen.
Rechenbeispiel (illustrativ): Ziel 400.000 € bei Ø 28.000 € je Sanierung = 15 Aufträge. Bei 30 % Abschlussquote braucht er 48 Angebote, bei 78 % Angebotsquote 62 gehaltene Aufmaßtermine, bei 85 % Erscheinungsquote 73 vereinbarte Termine, bei 50 % Terminquote 146 qualifizierte Anfragen. Zu 75 € je Anfrage sind das 10.950 € Werbebudget, verteilt auf Jänner bis August rund 1.370 € im Monat. Kosten je Auftrag: 730 €, also 2,6 % vom Auftragswert.
Dazu kommen die Kosten für System und Betreuung sowie die Zeit einer Bürokraft, die jede Anfrage innerhalb von zwei Stunden anruft. Unternehmen brauchen im Schnitt 42 Stunden für eine Antwort auf Online-Anfragen, 23 % antworten nie (HBR, 2011). Wer das ändert, holt sich einen Vorteil, der nichts kostet. Ihre eigenen Zahlen können Sie im Anfragen-Rechner rückwärts vom Umsatzziel durchrechnen.
Zusatzeffekt, den viele übersehen: Von 15 sanierten Dächern wollen nach unseren Erfahrungswerten 5 bis 7 Eigentümer innerhalb eines Jahres eine PV-Anlage. Wer die selbst anbietet oder mit einem Elektrobetrieb kooperiert, hebt den Auftragswert je Kunde um 12.000 € bis 20.000 €. Mehr dazu im Playbook für Photovoltaik-Betriebe.
Was in Österreich anders ist
Der Spengler ist in Österreich ein eigenes Handwerk und kein Unterbegriff des Dachdeckers; in Deutschland heißt derselbe Beruf Klempner oder Bauklempner, in der Schweiz Spengler wie bei uns. Für die Werbung heißt das: Ein Betrieb in Oberösterreich muss unter „Spengler“, „Dachspengler“ und „Dachdecker“ sichtbar sein, ein deutscher Betrieb unter „Dachdecker“ und „Klempner“. Wer die Begriffe aus Deutschland übernimmt, verschenkt in Österreich Reichweite.
Organisiert sind die Betriebe in der Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler der WKO; die Landesinnungen in Oberösterreich (486 aktive Mitglieder, 2.733 Beschäftigte), Niederösterreich (715 Mitglieder) und der Steiermark (403 Mitglieder) sind die größten (WKO FV 103, 2025). Der Befähigungsnachweis ist Pflicht, und Kunden fragen nach dem Meister. Das Meisterlogo gehört in jede Anzeige.
Die Förderlandschaft ist zweistufig: Bund über die Sanierungsoffensive (2026 ausgeschöpft, 2027 neu), Länder über die Wohnbauförderung. In Oberösterreich gibt es für die Einzelbauteilsanierung am Eigenheim 15 % Bauzuschuss bis 2.250 € je Bauteil, Voraussetzung ist eine Baubewilligung, die mindestens 20 Jahre zurückliegt (Schmidinger, Stand Juni 2026). Ein Angebot mit Förderzeile „Land OÖ: −2.250 €“ überzeugt mehr als jeder Rabatt.
Für die Schweiz: Dort heißt der Beruf ebenfalls Spengler, Angebote heißen Offerten und werden in CHF gestellt; das Gebäudeprogramm der Kantone fördert Dach- und Fassadendämmung, die Sätze unterscheiden sich je Kanton.
Was bleibt
Trennen Sie Ihre Neukundengewinnung in zwei Stränge: eine kleine, dauerhaft laufende Google-Kampagne für Reparatur und Sturm, und eine saisonal getaktete Meta-Kampagne für Sanierung und Fassade, die im Jänner startet. Qualifizieren Sie jede Sanierungsanfrage mit den fünf Fragen, und nutzen Sie das nächste Förderfenster als Anlass, alle offenen Angebote nachzufassen. Das ist der Unterschied zwischen einem vollen Frühjahr und einem, das vom Wetter abhängt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Anfrage für Dachsanierung 2026?
Eine qualifizierte, exklusive Anfrage für Dach, Fassade oder Spenglerarbeiten kostet nach unseren Erfahrungswerten (2024–2026) 45 € bis 110 € Werbebudget. Geteilte Portal-Leads in Deutschland liegen bei 29 € bis 120 €, werden aber an 3 bis 5 Betriebe verkauft. Entscheidend sind die Kosten je Aufmaßtermin (rund 150 € bis 220 €) und je Auftrag (rund 600 € bis 900 €).
Lohnt sich Facebook-Werbung für Dachdecker?
Ja, für Dachsanierung und Fassadendämmung, nicht für Reparaturen. Meta erreicht Hausbesitzer über 45 mit altem Dach, bevor sie aktiv suchen. Voraussetzung ist ein Formular, das Baujahr, Dachfläche, PV-Wunsch und Zeitrahmen abfragt. Ohne diese Fragen kommen Preisabfrager. Für Sturmschäden und Notdienst ist Google der bessere Kanal.
Wann sollte ein Dachdecker mit Werbung für das Frühjahr starten?
Im Jänner. Zwischen Anfrage und Baustelle liegen bei einer Sanierung 8 bis 14 Wochen für Aufmaß, Angebot, Förderantrag und Entscheidung. Wer im Jänner startet, hat im März Termine und ab April volle Montagepartien. Wer im März startet, hat den Peak im April und Mai verpasst.
Wie viele Dachanfragen braucht ein Betrieb für 400.000 € Zusatzumsatz?
Rund 146 qualifizierte Anfragen. Bei durchschnittlich 28.000 € je Sanierung sind 15 Aufträge nötig; mit 30 % Abschlussquote, 78 % Angebotsquote, 85 % Erscheinungsquote und 50 % Terminquote ergibt das 146 Anfragen und rund 11.000 € Werbebudget über acht Monate (illustratives Rechenbeispiel).
Ist der Sanierungsbonus in Österreich 2026 noch verfügbar?
Nein. Der Sanierungsbonus des Bundes war am 2. Februar 2026 ausgeschöpft. Für 2027 sind rund 360 Mio. € vorgesehen, die Richtlinie folgt im Herbst 2026, die Fördersätze sollen teilweise von 30 % auf 20 % sinken. Aktiv bleiben die Landesförderungen, etwa in Oberösterreich 15 % bis 2.250 € je Bauteil am Eigenheim.
Wie unterscheiden sich Dachdecker und Spengler in Österreich?
Der Spengler ist in Österreich ein eigenes Handwerk für Blecharbeiten am Dach, Dachrinnen, Verblechungen und Fassaden; in Deutschland heißt der Beruf Klempner. Beide sind in der Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler der WKO organisiert, die 3.097 aktive Mitglieder zählt. Für die Werbung müssen beide Begriffe abgedeckt sein.
Sollten Dachdecker Photovoltaik mit anbieten?
Mindestens als Kooperation. Nach unseren Erfahrungswerten wollen 5 bis 7 von 15 Sanierungskunden innerhalb eines Jahres eine PV-Anlage, und in Nordrhein-Westfalen ist PV bei vollständiger Dacherneuerung seit 2026 Pflicht. Wer PV mitdenkt, hebt den Auftragswert je Kunde um 12.000 € bis 20.000 € und gewinnt das Argument „Sanierung vor PV“.
Wie sieht ein Neukunden-System für Ihr Gewerk aus?
Im Erstgespräch rechnen wir mit Ihren Zahlen: wie viele qualifizierte Anfragen Sie brauchen, was sie in Ihrer Region kosten und ob sich ein System für Ihren Betrieb rechnet. Ehrlich, auch wenn die Antwort nein ist.
Quellen
- Dachdeckerhandwerk 2026: Stabil trotz Herausforderungen – ZVDH (24.03.2026)
- Dachdecker Konjunktur: Weniger Betriebe verdienen mehr Geld – dach.live (Dezember 2025)
- Branchendaten Dachdecker, Glaser und Spengler (FV 103) – WKO Statistik (Stand 31.12.2025)
- 950 Millionen Euro Schäden durch Naturgefahren im ersten Halbjahr 2026 – GDV (01.09.2026)
- Was kostet eine Dachsanierung 2026? – DachRadar (April 2026)
- Sanierungsquote 2025: Talfahrt geht weiter – BuVEG/B+L (02.02.2026)
- Kurzbericht Konjunktur 2. Quartal 2026 – ZDH (28.08.2026)
- Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk Q1/2026 – WKO/KMU Forschung Austria (2026)
- Was kostet ein Handwerker-Lead 2026? CPL je Gewerk – Anfragenfluss (22.07.2026)
- Dachsanierung Leads kaufen – Leadfluss (September 2025)
- Google Ads Benchmarks DACH nach Gewerk – visnakovs.de (Q3/2026, Anbieterdaten)
- Google Ads Benchmarks 2026 – WordStream/LocaliQ (19.05.2026)
- Facebook Ads Benchmarks 2026 – WordStream (14.09.2026)
- Digitalisierung des Handwerks – Bitkom (28.08.2025)
- Sanierungsoffensive 2026: Stand, Alternativen, 2027 – heizma.at (Stand 02.09.2026)
- Infoblatt Sanierungsbonus 2026 Ein-/Zweifamilienhaus – Sanierungsoffensive/BMLUK (Version 11/2025)
- Förderungen Oberösterreich 2026: Einzelbauteilsanierung – Fenster Schmidinger (Stand 19.06.2026)
- Förderung 2026 Österreich: Bund raus, Länder zahlen – Das Hausbau Magazin (02.08.2026)
- BAFA-Förderung Dämmung 2026: Neue Bedingungen ab 21. Juli – varm.earth (Juli 2026)
- Solardachpflicht NRW: Ab 2026 auch bei Dachsanierung im Bestand – Wohneigentum NRW (13.11.2025)
- Angebote ohne Nachfassprozess kosten Aufträge – elektro.net (13.07.2026)
- The Short Life of Online Sales Leads – Harvard Business Review (März 2011)