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Ratgeber

Daibau für Handwerksbetriebe: Kosten, Ablauf und Erfahrungen aus Betriebssicht

Daibau verkauft Anfragen-Kontingente ohne öffentliche Preise, Trustpilot 2,2 von 5. Was Betriebe zahlen, was sie berichten, wann sich das Portal rechnet.

Installateurmeister prüft am Abend im Firmenwagen Anfragen auf dem Smartphone
Das Wichtigste in Kürze
  • Daibau ist für Handwerksbetriebe kostenlos in der Registrierung, verkauft danach Abo-Pakete mit einem Anfragen-Kontingent und veröffentlicht keine Preise (Nutzungsbedingungen Art. 17).
  • Jede Anfrage, die ein Betrieb öffnet, wird vom Kontingent abgezogen, unabhängig davon, ob der Kunde antwortet; eine Obergrenze an Betrieben je Anfrage ist nicht veröffentlicht.
  • Daibau.at liegt auf Trustpilot bei 2,2 von 5 Sternen aus 17 Bewertungen (September 2026), 71 % davon mit einem Stern; ein Fensterbetrieb berichtet dagegen von „schönen Aufträgen“.
  • Im illustrativen Rechenbeispiel kostet ein Bad-Auftrag über Daibau rund 4.150 € Vollkosten, davon 1.200 € Paketanteil und rund 68 Stunden Arbeitszeit.
  • Der Daibau-Baukostenrechner setzt Preisanker beim Bauherrn, bevor der Betrieb das Objekt gesehen hat; Betriebe berichten von „unrealistischen Online-Preisangaben“.
  • Daibau kann sich für Betriebe bis fünf Mitarbeiter mit Auslastungslücken und Auftragswerten über 10.000 € rechnen; ab zehn Mitarbeitern mit Spezialisierung ist ein eigenes Anfragen-System meist günstiger je Auftrag.

Daibau kostet Handwerksbetriebe in Österreich nichts für die Registrierung, aber Geld für jede Anfrage, die Sie öffnen: Das Portal verkauft Jahres- und Abo-Pakete mit einem Kontingent an Kundenkontakten, die Preise stehen weder auf der Website noch in den Nutzungsbedingungen. Auf Trustpilot liegt daibau.at bei 2,2 von 5 Sternen aus 17 Bewertungen (Stand September 2026), 71 % davon mit einem Stern. Das ist eine kleine Stichprobe, aber sie deckt sich mit dem, was Betriebe uns im Erstgespräch erzählen.

Daibau ist neben Herold das Portal, das in Österreich am häufigsten an Bau- und Baunebengewerbe-Betriebe verkauft wird. Trotzdem gibt es online praktisch keine Einordnung aus Betriebssicht: Die Suchergebnisse zu „Daibau Erfahrungen Handwerker“ bestehen aus Trustpilot, Daibau selbst und einer PR-Meldung. Dieser Artikel füllt die Lücke. Er ist Teil unseres Leitfadens Leads für Handwerker: Kosten, Wert und Modelle.

Eines vorweg, weil es für die Lektüre wichtig ist: Junghirsch verkauft selbst Neukunden-Systeme für Handwerksbetriebe. Wir sind also kein neutraler Beobachter, sondern ein Anbieter mit einem anderen Modell. Wir haben deshalb versucht, jede Aussage über Daibau mit einer Quelle zu belegen, und sagen an drei Stellen ausdrücklich, für wen Daibau die bessere Wahl sein kann.

Wie funktioniert Daibau für Handwerksbetriebe?

Daibau sammelt Projektanfragen von Bauherren und Sanierern und stellt sie registrierten Betrieben in einem Konto zur Verfügung; jede Anfrage, die ein Betrieb öffnet, wird von seinem bezahlten Kontingent abgezogen. Das Portal nennt auf seiner Registrierungsseite „2.000 neue Anfragen monatlich“, „15.000 und mehr Projekte pro Jahr“ und „1.000.000 und mehr potenzielle Kunden“ jährlich (daibau.at, 2026).

Der Weg einer Anfrage sieht so aus: Ein Bauherr nutzt den Daibau-Baukostenrechner oder ein Anfrageformular, beschreibt sein Projekt (etwa „Blechdach 120 m², Bezirk Vöcklabruck“) und wählt, dass er Angebote erhalten möchte. Daibau ordnet die Anfrage den Gewerken und Servicegebieten der registrierten Betriebe zu. Diese sehen die Anfrage in einer Liste und entscheiden, ob sie sie öffnen. Wer öffnet, bekommt die Kontaktdaten und darf sich melden.

Wie viele Betriebe dieselbe Anfrage öffnen können, regelt Daibau nicht öffentlich. Artikel 20 der Nutzungsbedingungen sagt nur, dass der Administrator nur so viele Anfragen zugänglich machen kann, „wie tatsächlich von Nutzern abgegeben wurden“. Eine Obergrenze je Anfrage, wie sie etwa Aroundhome mit „maximal zwei Mitbewerbern“ nennt, fehlt. Aus Rückmeldungen von Betrieben gehen wir davon aus, dass bei gängigen Gewerken vier bis sechs Betriebe dieselbe Anfrage öffnen. Das ist eine Einschätzung, keine belegte Zahl.

Was kostet Daibau für Handwerker?

Daibau veröffentlicht keine Preise. Fest steht aus den Nutzungsbedingungen (Artikel 17): Es gibt Abonnementpakete, das Abo beginnt „mit Bezahlung der Anzahlungsrechnung“, der Zugang wird „spätestens 24 Stunden nach Zahlungseingang“ freigeschaltet, und „in dem Moment, in dem der Auftragnehmer die Website auffordert, ihm einen Kundenkontakt anzuzeigen, zieht die Website diese Anfrage von der Gesamtzahl ab“. Ein Unternehmer schreibt auf Trustpilot (August 2026) von der „festen Buchung des Jahrespakets“. Laufzeit, Kündigungsfrist und Rückerstattung sind in den Nutzungsbedingungen nicht geregelt.

Daibau für Handwerksbetriebe: Was belegt ist und was nicht (Stand September 2026)
PunktBelegtQuelle / Anmerkung
Registrierungkostenlosdaibau.at/registrierung/auftragnehmer
AbrechnungslogikAbo-Pakete mit Kontingent; jede geöffnete Anfrage wird vom Kontingent abgezogenNutzungsbedingungen Art. 17
ZahlungAnzahlungsrechnung, Freischaltung binnen 24 h nach ZahlungseingangNutzungsbedingungen Art. 17
Paketpreisenicht öffentlichweder Website noch AGB; im Verkaufsgespräch erfragen und bestätigen lassen
LaufzeitJahrespaket laut Betriebsbewertung; in den AGB nicht geregeltTrustpilot, August 2026
Betriebe je Anfragekeine Obergrenze veröffentlichtNutzungsbedingungen Art. 20; Schätzung 4–6 aus Betriebsgesprächen
Rückerstattung bei toten Anfragenin den AGB nicht geregeltim Gespräch klären
BewertungenKriterien: Jahre am Markt, Empfehlungen, Referenzen, Ansprechbarkeit; „kann nicht durch Zahlung verbessert werden“Nutzungsbedingungen Art. 24
DatenweitergabeDaibau darf Werbetreibenden Daten über Auftragnehmer bereitstellenNutzungsbedingungen Art. 26
Reichweite (Eigenangabe)2.000 Anfragen/Monat, 15.000 Projekte/Jahr, 1 Mio. Besucher/Jahrdaibau.at, nicht unabhängig geprüft
Trustpilot2,2 von 5 Sternen, 17 Bewertungen, 71 % ein Sternde.trustpilot.com/review/daibau.at, September 2026

Alle Angaben aus öffentlich zugänglichen Quellen, abgerufen am 25.09.2026. Daibau kann Pakete und Bedingungen jederzeit ändern.

Was das für Sie heißt: Sie können die Kosten je Anfrage nur ausrechnen, wenn Sie den Paketpreis und das Kontingent kennen. Fragen Sie im Verkaufsgespräch nach genau diesen zwei Zahlen und nach der Anzahl der Betriebe, die dieselbe Anfrage öffnen können. Lassen Sie sich beides per E-Mail bestätigen.

Einen Anbieter, der den Preis je Kontakt nicht nennt, können Sie nicht mit anderen Kanälen vergleichen, und der Vergleich ist die einzige Grundlage für eine Entscheidung. Wie andere Portale abrechnen, zeigt unser Vergleich der Handwerkerportale aus Betriebssicht.

Was berichten Betriebe über Daibau?

Die Erfahrungsberichte von Betrieben sind gemischt, mit deutlichem Übergewicht auf der kritischen Seite. Ein Unternehmer schreibt im August 2026 auf Trustpilot: „Nach der festen Buchung des Jahrespakets sank die Qualität und Quantität der eingespielten Aufträge rapide.“ Er kritisiert außerdem „unrealistische Online-Preisangaben, die völlig an der handwerklichen Realität vorbeigehen“, und dass die Aufträge „kaum noch zu meinem Leistungsportfolio“ passten. Bewertung: ein Stern.

Die Gegenstimme kommt von einem Fensterbetrieb, der im April 2025 fünf Sterne vergibt: „Wir haben über diese Plattform einige Kunden erreicht und schöne Aufträge abgewickelt.“ Beide Aussagen sind glaubwürdig, und beide können gleichzeitig stimmen. Ob Daibau funktioniert, hängt weniger vom Portal ab als davon, ob das Gewerk zum Portal passt und wie schnell der Betrieb reagiert.

Interessant ist die Endkundenseite. Eine Nutzerin schreibt, die vermittelten Handwerker hätten Interesse gezeigt und sich dann nicht mehr gemeldet. Ein anderer erhielt Angebote mit „unrealistischen Preisen von 100 bis 200 € pro Quadratmeter“ für Blechdacharbeiten. Beides zeigt dasselbe Problem von zwei Seiten: Wenn fünf Betriebe eine Anfrage öffnen und nur einer sie ernsthaft bearbeitet, ist der Kunde enttäuscht und vier Betriebe haben bezahlt.

Bei Daibau bezahlen Sie für das Öffnen einer Anfrage, nicht für ein Gespräch und nicht für einen Termin. Jede Anfrage, die Sie öffnen und dann liegen lassen, ist der teuerste Klick des Tages.

Schreibtisch im Betriebsbüro mit Rechnung, Taschenrechner und Tablet

Warum die Preisangaben des Baukostenrechners Ihr Problem sind

Der Daibau-Baukostenrechner ist der Grund, warum so viele Anfragen mit unrealistischen Preisvorstellungen ankommen. Daibau zeigt Bauherren für fast jede Leistung eine Preisspanne pro Quadratmeter oder pro Stück, bevor die Anfrage abgeschickt wird. Der Bauherr hat also eine Zahl im Kopf, wenn Sie ihn anrufen.

Daniel Kahneman beschreibt in „Schnelles Denken, langsames Denken“ (2011) den Ankereffekt: Eine zuerst genannte Zahl beeinflusst jede spätere Schätzung, selbst wenn sie willkürlich ist.

Für Ihren Betrieb heißt das: Der Preis aus dem Baukostenrechner ist der Anker, und Ihr Angebot wird an ihm gemessen, nicht an Ihrer Leistung. Liegt der Anker 25 % unter Ihrer Kalkulation, sind Sie „zu teuer“, bevor Sie das Objekt gesehen haben. Der einzige Ausweg ist, den Anker im ersten Gespräch bewusst zu verschieben: nicht mit einem Gegenpreis, sondern mit den zwei oder drei Positionen, die der Rechner nicht kennt (Gerüst, Unterkonstruktion, Entsorgung, Anfahrt im Bezirk).

Rechenbeispiel: Was kostet ein Auftrag über Daibau?

Weil Daibau keine Preise nennt, arbeiten wir mit Annahmen, die aus Gesprächen mit Betrieben stammen und die Sie im Verkaufsgespräch prüfen sollten. Nehmen wir einen Installateurbetrieb aus dem Bezirk Steyr-Land mit 12 Mitarbeitern und 1,4 Mio. € Umsatz, der Badsanierungen um durchschnittlich 19.000 € anbietet. Der Betrieb ist ein Beispiel, kein Kunde von uns.

Rechenbeispiel (illustrativ): Annahme: Jahrespaket 1.800 € netto für 120 Anfragen, also 15 € je geöffneter Anfrage. Der Betrieb öffnet 10 Anfragen pro Monat. Nach unserer Erfahrung mit Portalanfragen antworten 5 davon überhaupt, 3 wollen einen Termin, 2 Termine finden statt, 1 Angebot wird geschrieben, und aus 10 Angeboten werden 1 bis 1,5 Aufträge. Aufs Jahr: 120 Anfragen, 24 Termine, 12 Angebote, 1,5 Aufträge, 28.500 € Umsatz.

Kosten je Auftrag: 1.800 € Paket geteilt durch 1,5 = 1.200 €. Dazu kommen rund 120 Erstkontakte à 10 Minuten, 24 Anfahrten à 1,5 Stunden und 12 Angebote à 1 Stunde, zusammen etwa 68 Stunden. Bei 65 € Stundensatz sind das 4.420 €. Vollkosten je Auftrag: rund 4.150 €, das sind 62 % des Deckungsbeitrags eines 19.000-€-Bads (35 %, 6.650 €).

Verändern Sie eine Annahme, und das Bild kippt. Reagiert der Betrieb innerhalb einer Stunde statt am nächsten Tag, steigt der Anteil erreichter Kunden nach unserer Erfahrung von 50 % auf 70 % bis 80 %.

Verkauft er statt Bädern kleinere Leistungen um 3.000 €, rechnet sich das Paket nie, weil die 68 Stunden gleich bleiben. Verkauft er Dachsanierungen um 35.000 €, kann sich das Paket schon mit einem Auftrag lohnen. Was ein Lead je Gewerk generell kosten darf, haben wir im Artikel Was kostet ein Lead im Handwerk? hergeleitet.

Wenn Sie sehen wollen, wie ein System mit exklusiven, telefonisch qualifizierten Anfragen für Ihr Gewerk aussieht: Erstgespräch vereinbaren.

Für wen kann sich Daibau lohnen, für wen nicht?

Daibau kann sich für Betriebe lohnen, die kleine Auslastungslücken füllen wollen, die ohnehin jemanden im Büro haben, der innerhalb einer Stunde zurückruft, und deren Auftragswert über 10.000 € liegt. Konkret:

  • Kleine Betriebe bis 5 Mitarbeiter, die noch keine 1.500 € pro Monat in eigene Werbung stecken können und mit 3 bis 5 Zusatzaufträgen im Jahr zufrieden sind.
  • Betriebe mit Winterlücke (Spengler, Fassade, Garten), die von Dezember bis Februar Kapazität frei haben und Anfragen nicht abweisen müssen.
  • Betriebe mit einem breiten Leistungsspektrum, für die auch „unpassende“ Anfragen verwertbar sind.
  • Neue Betriebe in den ersten zwei Jahren, die noch keine Empfehlungsbasis haben und erste Referenzen brauchen.

Nicht lohnen wird sich Daibau nach unserer Einschätzung für Betriebe ab etwa 10 Mitarbeitern mit klarer Spezialisierung. Drei Gründe: Erstens brauchen Sie 40 bis 80 qualifizierte Anfragen im Jahr, nicht 5, und dafür ist das Kontingent-Modell zu teuer in Arbeitszeit. Zweitens positioniert Sie das Portal automatisch im Preisvergleich, was Ihrer Spezialisierung widerspricht.

Drittens gehören Ihnen weder die Anfragen noch die Bewertungen, die Sie dort sammeln. Und ein Betrieb, der nur „abarbeitet“, kann nicht wachsen: Die Anfragen kommen, wann das Portal sie hat, nicht wenn Ihr Montageteam Luft hat.

Wie Sie Daibau parallel zu eigenen Anfragen fahren

Wer Daibau nutzt, sollte es als Zusatzkanal mit fixem Budget führen und die Kennzahlen getrennt von eigenen Anfragen messen. Sonst wissen Sie nach einem Jahr nicht, welcher Kanal die Aufträge gebracht hat. So sieht ein sauberer Parallelbetrieb aus:

  1. Eine Kanalspalte in der Anfragenliste. Jede Anfrage bekommt die Herkunft: Daibau, Empfehlung, Google, Meta. Ohne diese Spalte ist jede Auswertung Bauchgefühl.
  2. Erstkontakt innerhalb einer Stunde. Laut Harvard Business Review (2011) hat ein Betrieb, der binnen einer Stunde reagiert, eine siebenmal höhere Chance auf ein qualifiziertes Gespräch. Bei geteilten Portalanfragen zählt das doppelt, weil vier Kollegen dieselbe Nummer haben.
  3. Qualifizierungsfragen vor dem Termin. Budget, Zeitrahmen, Entscheider, Objekt. Wer nur einen Preis will, bekommt eine Preisspanne am Telefon, keinen Termin.
  4. Monatliche Auswertung: geöffnete Anfragen, erreichte Kunden, Termine, Angebote, Aufträge, Umsatz. Kosten je Termin und je Auftrag berechnen, mit dem eigenen Kanal vergleichen.
  5. Abbruchkriterium vorab festlegen. Zum Beispiel: „Unter 2 Terminen aus 10 geöffneten Anfragen in zwei Monaten hintereinander kündigen wir.“

Vorlage für den Erstkontakt bei einer geöffneten Daibau-Anfrage (Telefon, 90 Sekunden):

  • „Grüß Gott, Herr Huber, hier ist Maier von Maier Haustechnik aus Steyr. Sie haben über Daibau eine Badsanierung angefragt, ich habe Ihre Anfrage gerade gelesen.“
  • „Damit ich weiß, ob wir zusammenpassen: Wann soll das Bad fertig sein?“ (Zeitrahmen)
  • „Der Rechner hat Ihnen vermutlich eine Spanne gezeigt. Haben Sie sich für das gesamte Projekt inklusive Fliesen und Elektrik schon einen Rahmen gesetzt?“ (Budget)
  • „Entscheiden Sie das gemeinsam mit Ihrer Frau? Dann wäre gut, wenn beide beim Termin dabei sind.“ (Entscheider)
  • „Ich schlage vor: Donnerstag 16 Uhr oder Freitag 10 Uhr, ich schaue mir das Bad an und Sie bekommen binnen einer Woche ein fixes Angebot.“ (Termin)

Welche Alternativen gibt es in Österreich?

Die Alternativen zu Daibau in Österreich sind Herold, das WKO Firmen A-Z, MyHammer Österreich, Aroundhome und ein eigenes Anfragen-System. Keine davon ist für jeden Betrieb richtig, deshalb hier die Einordnung mit Kosten, soweit sie belegbar sind.

Alternativen zu Daibau für Handwerksbetriebe in Österreich
KanalKostenmodell (belegt)Exklusiv?Für wen
DaibauAbo-Paket mit Anfragen-Kontingent, Preise nicht öffentlichneinkleine Betriebe, Auslastungslücken, breites Spektrum
HeroldMarketingpakete; Erfahrungsbericht 279 €/Monat, JahresvertragVerzeichnis, keine AnfragenSichtbarkeit im Verzeichnis; Vertrag genau lesen
WKO Firmen A-Zkostenlos für MitgliederVerzeichnisjeder Betrieb, Pflichtprogramm
MyHammer ÖsterreichRegistrierung kostenlos, Gebühr je bestätigtem Kontakt (DE: 8–100 €)neinkleinere Aufträge, Reparaturen, Montagen
Aroundhome (AT)Festpreis je Anfrage, max. zwei Mitbewerber, monatlich kündbar; Preis nicht öffentlichnein (max. 3 Betriebe)PV, Küche, Fenster, Heizung; in AT geringeres Volumen
Eigenes System (Meta/Google + Qualifizierung)1.500–3.000 € Werbebudget/Monat plus Aufbau und BetreuungjaBetriebe ab ca. 500.000 € Umsatz mit Wachstumsziel

Kostenangaben: daibau.at (2026), at.trustpilot.com/review/herold.at (2026), my-hammer.at und haus-blatt.com (2026), aroundhome.de/partner-werden (2026); Werbebudget-Korridor ist ein Junghirsch-Erfahrungswert 2024–2026.

Herold ist in erster Linie ein Verzeichnis mit Marketingpaketen, kein Anfragenportal. Auf Trustpilot liegt Herold bei 3,5 Sternen aus 111 Bewertungen; ein Unternehmer schreibt im Juni 2026 von einer „Abofalle“ mit „279 € pro Monat für nichts“, ein anderer im August 2026: „Kündigungsfrist unbedingt großzügig vormerken, hier wird auf den Tag genau abgerechnet.“

Das WKO Firmen A-Z ist für Mitglieder kostenlos und wird von Endkunden tatsächlich genutzt, bringt aber keine aktiven Anfragen. MyHammer Österreich nennt 7.763 registrierte Handwerker (my-hammer.at, 2026) und rechnet wie in Deutschland je bestätigtem Kontakt ab; Details dazu im Artikel MyHammer und Check24 Profis: Was Handwerker wirklich zahlen.

Ein eigenes System (Werbung auf Meta und Google, Landingpage, telefonische Qualifizierung, Terminvereinbarung) ist die einzige Alternative, bei der die Anfrage exklusiv ist und die Daten Ihnen gehören. Es kostet nach unserer Erfahrung 1.500 € bis 3.000 € Werbebudget pro Monat plus Aufbau und Betreuung, und es braucht ab etwa 500.000 € Umsatz und einen Betrieb, der wachsen will.

Erfahrungswert aus unseren Kampagnen (2024–2026): Der Fensterbauer Kläusler hat mit 438 qualifizierten Anfragen in 12 Monaten 1,9 Mio. € Projektvolumen erreicht, im Schnitt 5,2 Termine pro Woche. Diese Größenordnung ist mit einem Kontingent-Portal nicht erreichbar, weil es schlicht nicht so viele passende Anfragen im Bezirk hat.

Was in Österreich anders ist

In Österreich ist Daibau stärker als in Deutschland, weil die großen deutschen Portale hier schwächer vertreten sind: Check24 Profis gibt es in Österreich nicht, Aroundhome ist zwar laut eigener Angabe in Österreich aktiv, aber mit deutlich weniger Anfragen als in Deutschland. Daibau hat diese Lücke mit dem Baukostenrechner besetzt, der in Österreich für „Baukosten“ und „Kosten Badsanierung“ weit oben rankt. Das erklärt die Reichweite, die Daibau bei Bauherren hat.

Für Betriebe kommt 2026 die Förderlage dazu. Der Sanierungsbonus war am 2. Februar 2026 ausgeschöpft, die Kesseltausch-Registrierung wurde Mitte Juli geschlossen (Sanierungsoffensive, BMLUK). Anfragen mit Förderbezug, die im Frühjahr über Portale kamen, sind seither seltener, dafür ernsthafter. Gleichzeitig meldet die WKO für 2025 einen realen Umsatzrückgang von 3,3 % in Gewerbe und Handwerk (KMU Forschung Austria, Q1/2026). Beides spricht dafür, jetzt nicht mehr Kontingent zu kaufen, sondern die eigenen Anfragen besser zu qualifizieren.

Terminologie und Zuständigkeit: Daibau ordnet Gewerke nach eigenen Kategorien, die nicht immer mit der Gewerbeberechtigung übereinstimmen. Ein Installateur bekommt Anfragen, die ein Heizungsbauer mit Befähigungsnachweis besser bedienen würde, und umgekehrt. Prüfen Sie beim Einrichten des Kontos die Kategorien genau, sonst zahlen Sie für Anfragen, die Sie gar nicht ausführen dürfen. Bei Fragen zur Gewerbeberechtigung ist die Innung in Ihrer Landeskammer der richtige Ansprechpartner.

Schweiz: Daibau ist in der Schweiz nicht aktiv. Das Pendant sind Ofri und Renovero mit Credit-Modellen (Ofri: CHF 123.50 Mitgliedschaft pro Monat, CHF 3 bis 150 je Anfrage), die ähnlich funktionieren und dieselben Fragen aufwerfen.

Was bleibt

Lassen Sie sich von Daibau den Paketpreis, das Kontingent und die Anzahl der Betriebe je Anfrage schriftlich geben, rechnen Sie das auf Kosten je Auftrag inklusive Ihrer Arbeitsstunden um, und führen Sie das Portal nur mit fixem Budget und Abbruchkriterium. Wer diese Rechnung nicht machen will, sollte das Paket nicht kaufen.

Häufige Fragen

Was kostet Daibau für Handwerker?

Die Registrierung ist kostenlos. Danach verkauft Daibau Abo-Pakete mit einem Kontingent an Anfragen; jede Anfrage, die Sie öffnen, wird abgezogen (Nutzungsbedingungen Art. 17). Die Paketpreise sind weder auf der Website noch in den AGB veröffentlicht. Betriebe berichten von Jahrespaketen. Lassen Sie sich Preis, Kontingent und Laufzeit vor der Buchung schriftlich bestätigen.

Wie viele Handwerker bekommen bei Daibau dieselbe Anfrage?

Daibau veröffentlicht keine Obergrenze. Die Nutzungsbedingungen (Art. 20) sagen nur, dass nicht mehr Anfragen zugänglich gemacht werden, als Nutzer abgegeben haben. Nach Gesprächen mit Betrieben gehen wir davon aus, dass bei gängigen Gewerken vier bis sechs Betriebe dieselbe Anfrage öffnen. Das ist eine Einschätzung, keine belegte Zahl. Zum Vergleich: Aroundhome nennt maximal drei Betriebe je Anfrage.

Welche Erfahrungen machen Handwerksbetriebe mit Daibau?

Gemischt, mit Übergewicht auf der kritischen Seite. Daibau.at liegt auf Trustpilot bei 2,2 von 5 Sternen aus 17 Bewertungen (September 2026). Ein Unternehmer berichtet, dass nach Buchung des Jahrespakets „Qualität und Quantität der eingespielten Aufträge rapide“ sanken; ein Fensterbetrieb hat „schöne Aufträge abgewickelt“. Entscheidend sind Gewerk, Auftragswert und Reaktionszeit des Betriebs.

Lohnt sich Daibau für kleine Betriebe?

Für Betriebe bis etwa fünf Mitarbeiter mit Auftragswerten über 10.000 €, die Auslastungslücken füllen wollen und innerhalb einer Stunde zurückrufen können, kann sich ein Paket rechnen. Für spezialisierte Betriebe ab zehn Mitarbeitern, die 40 bis 80 qualifizierte Anfragen im Jahr brauchen, ist das Kontingent-Modell in Arbeitszeit meist zu teuer und positioniert im Preisvergleich.

Was kostet ein Auftrag über Daibau wirklich?

Im illustrativen Rechenbeispiel (Jahrespaket 1.800 € für 120 Anfragen, Installateur, Bäder um 19.000 €) kommen 1,5 Aufträge im Jahr heraus. Kosten je Auftrag: 1.200 € Paketanteil plus rund 68 Stunden Erstkontakte, Anfahrten und Angebote, bewertet mit 65 € pro Stunde. Vollkosten rund 4.150 € je Auftrag, also 62 % des Deckungsbeitrags. Bei schneller Reaktion und höheren Auftragswerten sinkt der Wert deutlich.

Welche Alternativen zu Daibau gibt es in Österreich?

Herold (Verzeichnis mit Marketingpaketen, Erfahrungsbericht 279 €/Monat), das kostenlose WKO Firmen A-Z, MyHammer Österreich (7.763 Handwerker, Gebühr je bestätigtem Kontakt), Aroundhome (Festpreis je Anfrage, maximal zwei Mitbewerber) und ein eigenes Anfragen-System mit Meta- und Google-Werbung, Landingpage und telefonischer Qualifizierung. Nur das eigene System liefert exklusive Anfragen, deren Daten Ihnen gehören.

Kann ich Daibau kündigen, wenn die Anfragen nichts taugen?

Laufzeit, Kündigung und Rückerstattung sind in den Daibau-Nutzungsbedingungen nicht geregelt; Betriebe berichten von fest gebuchten Jahrespaketen. Klären Sie vor der Buchung schriftlich, ob und wann Sie kündigen können und was mit nicht verbrauchtem Kontingent passiert. Legen Sie außerdem intern ein Abbruchkriterium fest, etwa unter zwei Terminen aus zehn geöffneten Anfragen in zwei Monaten hintereinander.

Für Betriebe ab 500.000 € Umsatz

Wie sieht ein Neukunden-System für Ihr Gewerk aus?

Im Erstgespräch rechnen wir mit Ihren Zahlen: wie viele qualifizierte Anfragen Sie brauchen, was sie in Ihrer Region kosten und ob sich ein System für Ihren Betrieb rechnet. Ehrlich, auch wenn die Antwort nein ist.

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Quellen