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Branchen-Playbook

Neukunden für Küchenstudios, Tischlereien und Möbelanbieter: Beratungstermine, die zu Aufträgen werden

Eine qualifizierte Küchenanfrage kostet 30–80 €, die Durchschnittsküche in DE 12.177 €. Marktlage 2026, Saison, Einwand „Möbelhaus ist billiger“.

Planungstermin im Küchenstudio mit 3D-Visualisierung und Musterfronten
Das Wichtigste für Ihr Gewerk
  • Im deutschen Küchenfachhandel kostete eine Küche 2025 im Schnitt 12.177 €, Anfang 2026 bereits 12.404 €; der Küchenfachhandel steigerte den Umsatz um 3,9 % bei 1,3 % weniger verkauften Küchen (AMK, Juni 2026).
  • Eine qualifizierte Küchenanfrage kostet 30 bis 80 €, eine Maßmöbelanfrage 40 bis 90 €; der Auftragswert im Fachstudio liegt bei 12.000 bis 45.000 €.
  • Upscale Design & Möbel erhielt in zehn Monaten 167 qualifizierte Anfragen mit rund 840.000 € Projektvolumen und war danach vier Monate ausgebucht.
  • Österreichs Tischlereien hatten im zweiten Quartal 2026 einen Auftragspolster von 10,8 Wochen, 6,3 % weniger als im Vorjahr; 10.214 Betriebe erwirtschaften 5,5 Mrd. € (WKO, 2025).
  • Küchen werden in zwei Wellen angefragt: Jänner bis März und September bis November; September-Anfragen werden zu rund 55 % binnen zehn Wochen zum Auftrag.
  • Gegen Möbelhaus und IKEA gewinnt das Studio über Planung, Aufmaß und Montage aus einer Hand, nicht über den Preis; der Studio-Termin ist das einzige Kampagnenziel.

Küchenstudios und Tischlereien gewinnen Aufträge nicht am Telefon, sondern am Planungstisch: Der Beratungstermin im Studio ist das Ziel jeder Kampagne, und eine qualifizierte Anfrage dafür kostet 30 bis 80 € (Erfahrungswert aus unseren Kampagnen 2024–2026). Der Markt gibt das her: Im deutschen Küchenfachhandel kostete eine Küche 2025 im Schnitt 12.177 € (AMK/GfK), in den ersten beiden Monaten 2026 bereits 12.404 €, und der Küchenfachhandel steigerte seinen Umsatz um 3,9 % bei 1,3 % weniger verkauften Küchen (AMK, Juni 2026).

Weniger Kunden geben mehr aus, und genau diese Kunden erreichen Sie nicht über Rabattprospekte.

Was jetzt funktioniert: Anfragen von Jänner bis März und September bis November über Meta mit Budgetstufe im Formular, ein fester Studio-Termin mit Planer statt eines „Kommen Sie mal vorbei“, und ein Nachfassprozess nach der Planung. Was nicht funktioniert: mit Küchenketten und Möbelhäusern um den Preis konkurrieren; die geben 2026 laut Verband selbst bei sinkender Menge mehr Rabatt.

Dieser Artikel ist Teil unseres Leitfadens zur Neukundengewinnung im Handwerk. Sie bekommen Marktzahlen für Deutschland und Österreich, Anfragekosten für Küche und Maßmöbel, den Saisonkalender, fünf Qualifizierungsfragen, die Antwort auf „das Möbelhaus ist billiger“ und ein Rechenbeispiel für eine Tischlerei mit Küchenstudio. Wir verkaufen selbst Neukunden-Systeme; wenden Sie die Kriterien in diesem Text auch auf uns an.

Wie ist die Marktlage für Küchen, Möbel und Tischler 2026?

Die Küche ist das stabilste Segment eines schrumpfenden Möbelmarkts. Die deutsche Möbelindustrie verlor 2025 3,4 % auf 15,8 Mrd. €, der dritte Rückgang in Folge, das Inland sogar 4,4 %; Küchenmöbel hielten mit 5,6 Mrd. € und −0,3 % am besten stand (VDM, Februar 2026). Die Küchenmöbelindustrie meldet 5,63 Mrd. €, im Inland ein hauchdünnes Plus von 0,08 %, für 2026 eine „Seitwärtsbewegung“ (AMK, Juni 2026).

Der Gesamtmarkt Küche inklusive Geräten und Zubehör liegt in Deutschland bei 13 Mrd. €; der Möbelfachhandel mit Filialisten hält 39,3 %, der Onlinehandel 7,2 %, und Küchenspezialisten sind der zweitwichtigste Kanal (IFH Köln / BBE, Juni 2026). Die Studie hält fest, dass die persönliche Beratung wegen der Produktkomplexität unverzichtbar bleibt. Das ist die Lücke, in der ein Studio oder eine Tischlerei mit Planungskompetenz lebt.

In Österreich zählt die Bundesinnung der Tischler und Holzgestalter 10.214 Betriebe mit 29.822 Beschäftigten, 1.987 Lehrlingen und 5,5 Mrd. € Umsatz (WKO, Stand Dezember 2025). Die Konjunktur ist verhalten: Bei 107 befragten Tischlereien reichte der Auftragspolster im zweiten Quartal 2026 für 10,8 Wochen Vollauslastung, 6,3 % weniger als im Vorjahr; die Auftragseingänge sanken im ersten Quartal real um 3,9 %, 86 % der Aufträge kommen von privaten und gewerblichen Kunden (Handwerk und Bau, 2026).

Übersetzt: Der Auftragsvorrat reicht bis Mitte Dezember, wenn heute nichts Neues kommt. Wer im Herbst keine Anfragen erzeugt, hat im Jänner eine leere Werkstatt. Wenn Sie sehen wollen, wie ein Neukunden-System für ein Küchenstudio oder eine Tischlerei aussieht: Erstgespräch vereinbaren.

Wer kauft Küchen und Maßmöbel und warum?

Der Küchenkunde ist 35 bis 65, wohnt im Eigentum und hat einen von drei Auslösern: Neubau oder Wohnungskauf, Sanierung im Bestand oder eine 20 Jahre alte Küche, bei der das dritte Gerät kaputtgeht. Entscheidungsdauer 6 bis 14 Wochen mit zwei bis drei Studios im Vergleich; Neubaukunden entscheiden schneller, weil der Einzugstermin drängt. Auftragswert im Fachstudio: 12.000 bis 45.000 €, Schnitt bei Junghirsch-Partnern rund 20.000 € inklusive Geräten.

Der Maßmöbelkunde ist anders. Er ist 40 bis 70, hat ein Haus mit Dachschräge, Nische oder Altbauwand, die im Möbelhaus nicht passt, und will Ankleide, Einbauschrank, Wohnwand oder Badmöbel. Auslöser: Umbau, Erbschaft, Auszug der Kinder, ein Foto auf Instagram. Entscheidungsdauer 3 bis 8 Wochen, Auftragswert 6.000 bis 25.000 €. Tischlereien, die beides anbieten, verkaufen dem Küchenkunden nach der Küche die Garderobe.

Der Unterschied zum Möbelhaus liegt im Kaufprozess: Im Möbelhaus kauft der Kunde ein Produkt aus dem Katalog, im Studio kauft er eine Planung und einen Ansprechpartner. Donald Miller beschreibt in „Building a StoryBrand“, dass Kunden den Anbieter wählen, den sie am schnellsten verstehen, und dass jeder Guide dem Helden einen Plan in drei Schritten gibt.

Für das Studio lautet der Plan: 1. Planungstermin im Studio, 2. Aufmaß und 3D-Planung, 3. Montage aus einer Hand. Wer diesen Plan in jeder Anzeige zeigt, macht den Termin zur logischen Folge, nicht zur Hürde.

Was kostet eine qualifizierte Anfrage für Küche und Maßmöbel?

Eine qualifizierte Küchenanfrage kostet 30 bis 80 €, eine Maßmöbelanfrage 40 bis 90 € (Erfahrungswert aus unseren Kampagnen 2024–2026). Qualifiziert heißt: Budgetstufe genannt, Wohnsituation geklärt, Zeitrahmen innerhalb von etwa sechs Monaten, aus dem Einzugsgebiet des Studios, exklusiv. Küche ist der günstigste Korridor unserer zehn Gewerke, weil die Zielgruppe groß und das Interesse hoch ist; die Kunst liegt nicht im Preis, sondern darin, aus der Anfrage einen Studio-Termin zu machen.

Kosten je qualifizierter Anfrage für Küche, Maßmöbel und Tischlerarbeiten 2026
ProduktJunghirsch-Korridor je qualifizierter AnfrageMarktspanne / BenchmarkTypischer AuftragswertEntscheidungsdauer
Einbauküche im Fachstudio (inkl. Geräte)30–70 €Küchen-Leads 35–120 € auf Plattformen, ab 6 € (leadsagentur.de 2025, mehrfach vergeben)12.000–45.000 €6–14 Wochen
Küche vom Tischler (Maßanfertigung)45–80 €Meta Home Improvement 42,95 $ je Lead (WordStream 2026, US)20.000–60.000 €8–16 Wochen
Maßmöbel: Ankleide, Einbauschrank, Wohnwand40–90 €Google Home Improvement 90,92 $ je Lead (WordStream 2026, US)6.000–25.000 €3–8 Wochen
Badmöbel, Garderobe, Einzelmöbel35–70 €–3.000–12.000 €2–6 Wochen
Innentüren, Böden, Stiegen (Tischlerei)40–85 €–8.000–30.000 €4–10 Wochen

Junghirsch-Korridore: Erfahrungswerte aus Kampagnen 2024–2026, exklusiv und vorqualifiziert (Budgetstufe, Wohnsituation, Zeitrahmen, Region). Marktspannen sind Anbieter- bzw. US-Daten.

Zum Vergleich: Ein Anbieter von Küchen-Leads nennt 35 bis 120 € je Lead auf „gängigen Plattformen“ und bietet selbst Leads „ab 6 €“ an (leadsagentur.de, November 2025). Ein 6-€-Lead ist ein Formular ohne Budget, das an mehrere Studios geht; er kostet Sie nicht 6 €, sondern die Zeit des Planers für den Termin, der nicht stattfindet.

Was ein Lead je Gewerk kostet und wie Sie Kosten je Termin und je Auftrag rechnen, steht im Artikel Was kostet ein Lead im Handwerk?.

Öffentlicher Case aus unseren Kampagnen: Upscale Design & Möbel erhielt in zehn Monaten 167 qualifizierte Anfragen mit rund 840.000 € Projektvolumen und war danach vier Monate ausgebucht (Quelle: junghirsch.com). Das sind rund 5.000 € Projektvolumen je Anfrage; bei 60 € je Anfrage entspricht das 1,2 % Werbekosten am Anfragevolumen. Vier Monate Auftragsvorrat sind dabei nicht das Ziel, sondern die Grenze: Danach wurde das Budget gedrosselt, weil Lieferzeiten über 16 Wochen Anfragen kosten.

Tischler montiert einen maßgefertigten Einbauschrank unter einer Dachschräge

Saisonkurve: Wann Küchen und Möbel angefragt werden

Küchen haben zwei Anfragewellen: Jänner bis März, wenn Neujahrsvorsätze und Wohnbaufertigstellungen zusammenfallen, und September bis November, wenn die Küche vor Weihnachten fertig sein soll. Der Sommer ist schwach, weil Urlaub und Garten vorgehen. Maßmöbel folgen dem Herbst stärker, weil Ankleide und Einbauschrank Innenraumprojekte für die dunkle Jahreszeit sind.

Saisonkurve Küche und Maßmöbel: Anfragen, Montage und Kampagnenstart
MonateAnfragen KücheAnfragen MaßmöbelMontage / WerkstattEmpfohlener Kampagnenstart
Jänner–Märzsehr hoch (Neujahr, Wohnbaufertigstellungen)hochmittel (Lieferzeit-Lücke)Küche ab 7. Jänner auf Vollbudget
April–MaimittelmittelhochBudget auf 60 %
Juni–Augustniedrig (Urlaub, Garten)niedrigmittelPause oder 30 %, Bestandskunden-Mailing
September–Novembersehr hoch (vor Weihnachten)sehr hoch (Innenraumprojekte)sehr hochKüche und Möbel ab 1. September, Deadline-Botschaft: bis Mitte Oktober bestellen
Dezemberniedrig (Anfragen), hoch (Montage)mittelsehr hochKampagne bis 10. Dezember, dann Systemaufbau für Jänner

Erfahrungswerte aus Junghirsch-Kampagnen 2024–2026; Lieferzeit Hersteller 6–12 Wochen, Eigenfertigung 4–8 Wochen.

Erfahrungswert aus unseren Kampagnen (2024–2026): Anfragen aus dem September werden zu rund 55 % innerhalb von zehn Wochen zum Auftrag, Anfragen aus dem Juli nur zu 35 %. Die Lieferzeit der Hersteller von sechs bis zwölf Wochen bestimmt die Deadline: Wer Weihnachten in der neuen Küche kochen will, muss bis Mitte Oktober bestellen. Sagen Sie das in der Anzeige. Den Jahreskalender für zehn Gewerke finden Sie im Artikel zur Saisonplanung und Auslastung im Winter.

Welche Kanäle funktionieren für Küchenstudios und Tischlereien und welche nicht?

Meta für die Küche, Instagram für Maßmöbel, Google für „Küchenstudio“ plus Ort, und der Studio-Termin als einziges Conversion-Ziel. Die Küche ist ein Bildprodukt mit langer Überlegungsphase, und Meta erreicht die Kundin, die seit einem Jahr Küchenfotos speichert, bevor sie ins Möbelhaus fährt.

Meta (Facebook, Instagram): Der Hauptkanal. Der US-Median für Home-Improvement-Lead-Ads liegt bei 42,95 $ je Lead (WordStream, September 2026); im DACH-Raum liegen qualifizierte Küchenanfragen mit Budgetstufe bei 35 bis 80 €. Entscheidend ist das Angebot in der Anzeige: nicht „Küchen ab 4.999 €“, sondern „Kostenloser Planungstermin mit 3D-Visualisierung, 90 Minuten, Termin online wählbar“. Wer einen Termin bucht, hat eine Entscheidung getroffen. Aufbau im Artikel zu Meta-Werbung für Handwerksbetriebe.

Google Ads und Unternehmensprofil: Für „Küchenstudio Wels“ oder „Tischlerei Einbauschrank Linz“ gibt es Suchvolumen mit klarer Absicht, aber die Klickpreise sind hoch, weil Ketten und Möbelhäuser mitbieten; in Home Improvement liegt der US-Klickpreis bei 8,33 $ (WordStream, Mai 2026). Sinnvoll mit 25 bis 35 % des Budgets, plus ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen: 97 % der Konsumenten lesen Bewertungen, 31 % kommen nur bei mindestens 4,5 Sternen (BrightLocal, 2026, US).

Instagram organisch: Die Ausnahme unter den Gewerken. Maßmöbel und Küchen sind fotogen, und Instagram bringt hier tatsächlich Anfragen, nicht nur Reichweite, vor allem für Tischlereien mit eigener Handschrift. Voraussetzung: drei Beiträge pro Woche mit fertigen Objekten, kein Werkstattstaub. Rechnen Sie mit 12 Monaten, bis daraus monatliche Anfragen werden.

Was nicht funktioniert: Preis-Anzeigen gegen Möbelhäuser; IKEA Deutschland macht 6 Mrd. € Umsatz und hat Werbebudgets, mit denen kein Studio konkurriert (IKEA, 2025). Portale mit geteilten Anfragen; bei der Küche gehen die an vier Studios. Und: Wer nur einen Planer hat und Lieferzeiten über zwölf Wochen, sollte kein System buchen, weil jede zusätzliche Anfrage die Wartezeit verlängert und Bewertungen kostet.

Die 5 Qualifizierungsfragen für Küchen- und Möbelanfragen

Diese fünf Fragen stehen im Formular oder werden im Rückruf gestellt. Ziel ist nicht der Preis, sondern der Studio-Termin mit dem richtigen Planer:

  1. „Geht es um eine Küche, um Maßmöbel oder um beides?“ Entscheidet, welcher Planer den Termin macht.
  2. „Ist es ein Neubau, eine Sanierung oder ein Austausch im Bestand?“ Neubau braucht Pläne und einen Einzugstermin, Austausch braucht Fotos und Maße.
  3. „Welche Budgetstufe haben Sie eingeplant: bis 10.000 €, 10.000 bis 20.000 €, über 20.000 €?“ Unter 10.000 € bekommt eine ehrliche Orientierung und den Hinweis, was im Studio ab dieser Stufe möglich ist.
  4. „Wann soll die Küche eingebaut sein?“ Wer „vor Weihnachten“ sagt, bekommt die Lieferzeit genannt und einen Termin innerhalb von sieben Tagen.
  5. „Können Sie uns Grundriss oder Fotos vorab schicken, damit der Planer den Termin vorbereiten kann?“ Wer Fotos schickt, erscheint; wer nicht, bekommt am Vortag eine Erinnerung.

Nach dem Rückruf, der innerhalb von zwei Stunden erfolgt, geht eine Bestätigung raus: „Guten Tag Frau Berger, Ihr Planungstermin: Donnerstag, 14 Uhr, bei uns im Studio in Grieskirchen mit Herrn Lehner. Bringen Sie bitte Grundriss und Wunschfotos mit. Dauer rund 90 Minuten, unverbindlich.“ Am Vortag folgt eine SMS mit der Bitte um „JA“. So erreichen wir Erscheinungsquoten zwischen 85 und 91 %. Den Leitfaden finden Sie im Artikel zum Qualifizieren von Anfragen im Erstkontakt.

Typische Einwände der Kunden und was Sie darauf antworten

Der Einwand Nummer eins heißt „Das Möbelhaus ist billiger“, und er ist oft wahr, wenn man nur den Preis auf dem Angebot vergleicht. Roman Kmenta („Nicht um jeden Preis“) rät, nicht zu rabattieren, sondern den Vergleich zu verschieben: von „Was kostet die Küche?“ zu „Was kostet die Küche mit Planung, Aufmaß, Montage, Anschluss, Gewährleistung und einem Ansprechpartner, der in fünf Jahren noch da ist?“.

  • „Das Möbelhaus ist 3.000 € billiger.“ Antwort: „Das kann sein. Fragen Sie dort nach drei Dingen: Wer misst auf, wer montiert, und wer kommt, wenn die Schublade nach einem Jahr hängt? Bei uns steht auf allen drei Fragen derselbe Name. Und: Unser Angebot enthält Elektro- und Wasseranschluss, das ist im Möbelhaus meist eine Zusatzposition.“
  • „Bei IKEA bekomme ich eine Küche für 5.000 €.“ Antwort: „Richtig, und für eine Standardnische mit gerader Wand ist das eine gute Wahl. Sie haben eine Dachschräge und eine Wand, die 4 Zentimeter aus dem Lot ist. Dafür gibt es dort kein Modul, bei uns schon.“
  • „Wir schauen noch bei zwei anderen Studios.“ Antwort: „Gut so. Nehmen Sie unsere 3D-Planung mit und lassen Sie sich die gleiche Küche anbieten, dann vergleichen Sie Gleiches mit Gleichem. Die meisten kommen zurück, weil die Planung der Teil ist, den man nicht vergleichen kann.“
  • „Die Lieferzeit ist zu lang.“ Antwort: „Zwölf Wochen sind Industriestandard, wir bauen Fronten selbst und liegen bei acht. Wenn Sie bis Mitte Oktober bestellen, kochen Sie Weihnachten in der neuen Küche.“
  • „Wir brauchen erst den Architektenplan.“ Antwort: „Umgekehrt: Der Architekt braucht die Küchenplanung für Wasser, Strom und Abluft. Kommen Sie mit dem Rohplan, wir liefern die Küche als Plan zurück.“

Als Gesprächshilfe für den Preisvergleich mit dem Möbelhaus:

Studio versus Möbelhaus: Was der Kunde im Preisvergleich übersieht
LeistungKüchenstudio / TischlereiMöbelhaus / KetteArgument im Gespräch
Aufmaß vor OrtPlaner des Studiosoft Fremdfirma oder Kunde selbstWer haftet, wenn das Maß nicht stimmt?
3D-Planungindividuell, 90 Minuten TerminStandardplanung am Terminal„Nehmen Sie unsere Planung zum Vergleich mit.“
Montageeigene MonteureSubunternehmer„Ein Name für Planung, Montage und Reklamation.“
Elektro- und Wasseranschlussim Angebot enthaltenmeist Zusatzposition„Vergleichen Sie den Endpreis, nicht den Möbelpreis.“
Sonderlösungen (Dachschräge, schiefe Wand)Maßanfertigungnur Standardmodule„Dafür gibt es dort kein Modul.“
Ansprechpartner nach 5 Jahrenderselbe BetriebHotline„Wer kommt, wenn die Schublade hängt?“

Gesprächshilfe für den Einwand „Das Möbelhaus ist billiger“; Durchschnittspreis Einbauküche 12.177 € (AMK 2025).

Förderungen als Vertriebshebel: AT und DE 2026

Für Küchen und Möbel gibt es 2026 in Österreich keine Förderung mehr; der Handwerkerbonus, der 2024 und 2025 auch Tischlerarbeiten im privaten Wohnbereich erfasste, ist seit 28. Februar 2026 geschlossen (WKO, 2026). Wer damit geworben hat, muss die Argumentation umstellen: von „Der Staat zahlt mit“ auf „Der Preis enthält alles“.

In Deutschland bleibt der Steuerbonus nach § 35a EStG: 20 % der Lohnkosten für Handwerkerleistungen im selbst bewohnten Haushalt, maximal 1.200 € im Jahr; das umfasst Montage, Anschluss und Einbau von Küche und Maßmöbeln, nicht das Material (Lupus Electronics, 2026). Weisen Sie den Montageanteil auf jeder Rechnung getrennt aus und schreiben Sie in das Angebot: „Davon rund 2.800 € Montage, steuerlich absetzbar.“ Das ist ein Argument, das kein Möbelhaus mit Fremdmonteuren so sauber führen kann.

Ein indirekter Hebel ist die Sanierung: Wer in Österreich 2026 die Sanierungsoffensive nutzen wollte, kam meist zu spät, der Sanierungsbonus war am 2. Februar 2026 ausgeschöpft (BMLUK, 2026). Für 2027 sind erneut rund 360 Mio. € vorgesehen. Sanierungskunden, die im Jänner 2027 einreichen, bauen im Frühjahr 2027 die Küche ein. Legen Sie Ihre Kampagne auf diese Welle.

Rechenbeispiel: Eine Tischlerei mit Küchenstudio aus dem Bezirk Grieskirchen

Nehmen wir eine Tischlerei mit angeschlossenem Küchenstudio aus dem Bezirk Grieskirchen mit 14 Mitarbeitern und 1,8 Mio. € Umsatz: zwei Planer, drei Monteure, sechs Tischler in der Werkstatt. Der Auftragspolster reicht im September für neun Wochen, die Werkstatt hätte im Jänner und Februar Leerlauf. Ziel: 25 zusätzliche Küchen- und Möbelaufträge im Jahr.

Rechenbeispiel (illustrativ): Budget 2.000 €/Monat in zwei Wellen (Jänner bis März, September bis November) bei 55 € je qualifizierter Anfrage: rund 36 Anfragen/Monat, 218 in sechs Monaten. 55 % vereinbaren einen Studio-Termin (120), 88 % erscheinen (106), 85 % erhalten eine Planung mit Angebot (90), 30 % beauftragen (27 Aufträge). Bei 19.500 € Durchschnittsauftrag sind das rund 527.000 € Umsatz für 12.000 € Werbebudget, 2,3 % vom Auftragsvolumen, plus Systembetreuung. Werbekosten je Auftrag rund 440 €.

Der Engpass in diesem Beispiel ist nicht das Budget, sondern die Planerzeit: 106 Studio-Termine à 90 Minuten plus 90 Planungen à 4 Stunden sind rund 520 Stunden im Halbjahr, also ein Planer zu 60 %. Wer das nicht hat, drosselt auf 1.200 € im Monat oder stellt einen dritten Planer ein, der sich mit 9 Aufträgen bezahlt.

Über 60 % der Handwerkerangebote werden nie nachgefasst (elektro.net, Juli 2026, Sekundärzitat DIHK); bei der Küche ist der Anruf am fünften Tag nach der Planung der günstigste Umsatz des Jahres. Rechnen Sie Ihre eigene Kette im Anfragen-Rechner durch.

Was in Österreich anders ist

In Österreich heißt der Beruf Tischler, in Deutschland Schreiner, in der Schweiz ebenfalls Schreiner; das Gewerbe ist bei der Bundesinnung der Tischler und Holzgestalter in der WKO organisiert. Die Lohnordnung des Kollektivvertrags wurde zum 1. Mai 2026 angepasst (WKO, 2026), der Umsatz je Erwerbstätigen liegt bei rund 140.000 € (WKO, 2025). Für die Kampagne heißt das: In österreichischen Anzeigen gehört „Tischlerei“ in die Überschrift, „Schreinerei“ versteht der Kunde in Wels nicht als seins.

Der österreichische Küchenmarkt ist stärker vom Tischler geprägt als der deutsche: Viele Tischlereien planen und bauen Küchen selbst, kombiniert mit Fronten und Korpussen von Herstellern, und positionieren sich als „Küche vom Tischler“ gegen Ketten und Einrichtungshäuser. Das ist ein Preisargument nach oben, nicht nach unten. Regional sind OÖ, NÖ und die Steiermark die Kernmärkte mit den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern; im Speckgürtel von Linz, Wels und Graz sitzen Kunden mit Budgets über 20.000 €.

Ein AT-spezifischer Auslöser ist der Rückgang der Wohnbaufertigstellungen: 2024 wurden deutlich weniger Wohnungen fertig als in den Vorjahren (Statistik Austria, November 2025), also gibt es weniger Neubauküchen und mehr Austausch im Bestand. Bestandskunden entscheiden nach Beratung, nicht nach Katalog; das spielt dem Studio in die Hände. In der Schweiz heißt das Angebot Offerte, Preise stehen in CHF, und der Schreiner ist beim VSSM organisiert.

Was bleibt

Machen Sie den Studio-Termin zum einzigen Ziel Ihrer Kampagne, qualifizieren Sie nach Budgetstufe und Wohnsituation, bestätigen Sie jeden Termin am Vortag und rufen Sie fünf Tage nach der Planung an. Gegen das Möbelhaus gewinnen Sie nicht über den Preis, sondern über die Planung, die der Kunde nirgends vergleichen kann.

Häufige Fragen

Funktioniert Instagram-Werbung für Küchenstudios?

Ja, besser als in fast jedem anderen Gewerk, weil Küchen und Maßmöbel fotogen sind. Bezahlte Meta-Anzeigen mit Budgetstufe im Formular liefern qualifizierte Anfragen für 30 bis 80 €. Organisch braucht Instagram rund zwölf Monate mit drei Beiträgen pro Woche, bis daraus regelmäßige Anfragen werden. Das Ziel bleibt in beiden Fällen der Studio-Termin.

Was kostet ein Lead für ein Küchenstudio?

Eine qualifizierte, exklusive Anfrage kostet in unseren Kampagnen 30 bis 80 € (Erfahrungswert 2024–2026). Lead-Anbieter nennen 35 bis 120 € je Lead auf Plattformen und werben mit Leads ab 6 €; solche Leads gehen meist an mehrere Studios und enthalten keine Budgetangabe. Gerechnet auf den Auftrag liegen die Werbekosten bei rund 440 € je Küche.

Wie mache ich aus einer Anfrage einen Studio-Termin?

Rückruf innerhalb von zwei Stunden, fester Termin mit Namen des Planers und Dauer, Bitte um Grundriss und Fotos vorab, schriftliche Bestätigung und eine SMS am Vortag mit Bitte um „JA“. So erreichen wir Erscheinungsquoten zwischen 85 und 91 %. „Kommen Sie mal vorbei“ ist kein Termin, sondern eine Einladung zum Vergessen.

Was antworte ich auf „Das Möbelhaus ist billiger“?

Den Vergleich verschieben: Wer misst auf, wer montiert, wer kommt bei der Reklamation, und sind Elektro- und Wasseranschluss enthalten? Geben Sie dem Kunden Ihre 3D-Planung mit, damit er Gleiches mit Gleichem vergleicht. Die Planung ist der Teil, den das Möbelhaus nicht liefert, und sie ist der Grund, warum die meisten zurückkommen.

Wann sollte ein Küchenstudio Werbung schalten?

In zwei Wellen: Jänner bis März und September bis November. Im Herbst zieht die Botschaft „Bis Mitte Oktober bestellen, Weihnachten in der neuen Küche kochen“, weil die Lieferzeit sechs bis zwölf Wochen beträgt. Der Sommer ist schwach; dort reicht ein reduziertes Budget oder ein Mailing an Bestandskunden für Maßmöbel.

Gibt es 2026 Förderung für Küchen oder Tischlerarbeiten?

In Österreich nicht mehr; der Handwerkerbonus ist seit 28. Februar 2026 geschlossen. In Deutschland sind nach § 35a EStG 20 % der Lohnkosten für Montage und Einbau absetzbar, maximal 1.200 € im Jahr, nicht das Material. Weisen Sie den Montageanteil im Angebot aus. Für 2027 ist in Österreich eine neue Sanierungsoffensive mit rund 360 Mio. € vorgesehen.

Heißt es Tischler oder Schreiner?

In Österreich Tischler, in Deutschland und der Schweiz Schreiner. Das Gewerbe ist in Österreich bei der Bundesinnung der Tischler und Holzgestalter organisiert, mit 10.214 Betrieben und 29.822 Beschäftigten (WKO, 2025). In Anzeigen für österreichische Kunden gehört „Tischlerei“ in die Überschrift; „Schreinerei“ wirkt auf Kunden in Wels oder Graz fremd.

Für Betriebe ab 500.000 € Umsatz

Wie sieht ein Neukunden-System für Ihr Gewerk aus?

Im Erstgespräch rechnen wir mit Ihren Zahlen: wie viele qualifizierte Anfragen Sie brauchen, was sie in Ihrer Region kosten und ob sich ein System für Ihren Betrieb rechnet. Ehrlich, auch wenn die Antwort nein ist.

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Quellen