- Über die Hälfte der Jahresanfragen für Wintergärten und Carports kommt zwischen Jänner und April; die Montage folgt vier bis sechs Monate später.
- Deutschland: 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt (−18,0 %), aber die Genehmigungen für Einfamilienhäuser stiegen um 17,2 % auf 44.500; der Fertigbau erreichte 26,5 % Marktanteil.
- Österreich: 47.636 bewilligte Wohnungen 2025 liegen rund ein Drittel unter dem Höchststand von 2019; Ein- und Zweifamilienhäuser legten um 8,2 % zu, Oberösterreich führt mit 6.988 Wohnungen.
- Eine qualifizierte Carport-Anfrage kostet 30 bis 80 €, eine Wintergarten-Anfrage 60 bis 140 €; ein Wohnwintergarten kostet 35.000 bis 65.000 €, ein Solar-Carport komplett 9.000 bis 18.000 €.
- HM Werke / HM Carports erhielt in zwölf Monaten 582 qualifizierte Anfragen mit rund 1,7 Mio. € Projektvolumen und stellte drei neue Montageteams ein.
- In Oberösterreich ist ein Carport bis 15 m² bewilligungsfrei, bis 50 m² anzeigepflichtig; wer die Bauanzeige für den Kunden übernimmt, verkürzt die Entscheidung spürbar.
Hausbau, Carport und Wintergarten sind drei Produkte mit einer Gemeinsamkeit: Die Kunden entscheiden langsam, und sie entscheiden im Winter. Zwischen Jänner und April kommen bei uns über die Hälfte der Jahresanfragen für Wintergärten und Carports, während der Neubaumarkt sich erst langsam vom Einbruch erholt. In Deutschland stieg die Zahl der genehmigten Einfamilienhäuser 2025 um 17,2 % auf 44.500, kommt aber vom tiefsten Stand seit 2010 (Destatis, Februar 2026).
Das funktioniert 2026: Carport und Wintergarten als Einstiegsprodukte mit kurzer Entscheidung, Solar-Carport als Verbindung zu PV, und eine Kampagne, die im Jänner läuft, wenn Hausbesitzer am Küchentisch planen. Was nicht funktioniert: im Mai Werbung schalten und hoffen, dass die Montage im Juli beginnt. Die Anfrage kommt vier bis sechs Monate vor dem Auftrag.
Dieser Artikel ist Teil unseres Leitfadens zur Neukundengewinnung im Handwerk. Sie bekommen Marktzahlen für AT und DE, Anfragekosten je Produkt, den Kampagnenkalender, fünf Qualifizierungsfragen, Antworten auf „nächstes Jahr vielleicht“ und ein Rechenbeispiel. Junghirsch verkauft selbst Neukunden-Systeme; wenden Sie die Kriterien in diesem Text auch auf uns an.
Wie ist die Marktlage für Hausbau, Carport und Wintergarten 2026?
Der Neubau hat den Boden erreicht, aber noch nicht verlassen. In Deutschland wurden 2025 nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18,0 % weniger als im Vorjahr und der tiefste Wert seit 2012; bei Einfamilienhäusern waren es 41.800 (−23,3 %) (Destatis, Mai 2026). Die Genehmigungen zeigen die Wende: 238.500 Wohnungen (+10,8 %), 44.500 Einfamilienhäuser (+17,2 %). Wer heute genehmigt, baut 2027; die Bauzeit ist von 20 auf 27 Monate gestiegen.
Der Fertigbau kommt schneller aus der Krise als der Massivbau. 2025 wurden 13.473 Fertighäuser genehmigt (+16,7 %), Marktanteil 26,5 %. Zum Vergleich: 2021 waren es rund 25.000, der Einbruch bis 2024 betrug 54 % (BDF, März 2026). Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Anteil auf 26,7 % bei 27.838 genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern (BDF, September 2026).
In Österreich ist die Lage schlechter: 47.636 bewilligte Wohnungen 2025, 3,7 % weniger als 2024 und rund ein Drittel unter dem Höchststand von 71.463 im Jahr 2019. Die Ausnahme sind Ein- und Zweifamilienhäuser mit 10.062 Wohnungen und einem Plus von 8,2 %; Oberösterreich führt mit 6.988 bewilligten Wohnungen vor Niederösterreich (6.029) und der Steiermark (5.582) (Statistik Austria, April 2026).
Für Carport und Wintergarten ist der Bestand der Markt, nicht der Neubau. Rund 99 % der Häuser werden in einem Jahr nicht saniert, aber viele Besitzer investieren in Anbauten, die ohne Baustelle im Haus funktionieren. Wenn Sie sehen wollen, wie ein Neukunden-System für Ihr Gewerk aussieht: Erstgespräch vereinbaren.
Wer kauft und warum: Zielgruppe, Auslöser, Entscheidungsdauer
Drei Produkte, drei Käufer. Der Carport-Kunde ist 35 bis 60, hat ein neues Auto (oft ein E-Auto) oder ein zweites Fahrzeug und will es vor Hagel und Schnee schützen. Auslöser: Autokauf, Hagelschaden, Wallbox-Wunsch. Entscheidungsdauer 3 bis 8 Wochen. Auftragswert 8.000 bis 25.000 €, mit PV-Dach bis 30.000 € (Erfahrungswert aus unseren Kampagnen 2024–2026).
Der Wintergarten-Kunde ist 50 bis 70, die Kinder sind aus dem Haus, das Haus ist abbezahlt, und die Terrasse wird sechs Monate im Jahr nicht genutzt. Auslöser: Pensionierung, Erbschaft, ein Wintergarten beim Nachbarn. Entscheidungsdauer 4 bis 12 Monate, oft über zwei Winter. Auftragswert: Kaltwintergarten 20.560 bis 33.500 €, Wohnwintergarten 35.000 bis 65.000 € (fenster-schmidinger.at, September 2026), in unseren Kampagnen 25.000 bis 70.000 €.
Der Hausbau-Kunde ist 28 bis 45, hat ein Grundstück oder eines in Aussicht und braucht 12 bis 24 Monate bis zur Unterschrift. Auftragswerte von 350.000 € aufwärts. Für Baumeister und Fertighausanbieter ist eine Anfrage entsprechend wertvoll, aber die Kette bis zum Vertrag ist lang: Finanzierungsgespräch, Grundstückssuche, Bebauungsplan.
Chet Holmes beschreibt in „The Ultimate Sales Machine“ die Marktpyramide: Nur 3 % eines Marktes kaufen jetzt, 7 % sind offen, 30 % denken noch nicht daran. Bei Wintergärten ist das wörtlich zu nehmen. Wer nur die 3 % anspricht, konkurriert mit allen. Wer den 7 % einen Planungsleitfaden gibt und zwölf Monate dranbleibt, hat den Auftrag, wenn die Entscheidung fällt.
Was kostet eine qualifizierte Anfrage für Carport, Wintergarten und Hausbau?
Eine qualifizierte Carport-Anfrage kostet 30 bis 80 €, eine Wintergarten-Anfrage 60 bis 140 € (Erfahrungswert aus unseren Kampagnen 2024–2026). Qualifiziert heißt: Budget genannt, Grundstück oder Haus vorhanden, Umsetzung innerhalb von etwa sechs Monaten, Region passt, exklusiv. Der Unterschied kommt vom Auftragswert: Für einen 45.000-€-Wintergarten sind 140 € je Anfrage günstig, für ein 9.000-€-Carport wären sie zu teuer.
| Produkt | Junghirsch-Korridor je qualifizierter Anfrage | Marktspanne / Benchmark | Typischer Auftragswert | Entscheidungsdauer |
|---|---|---|---|---|
| Carport (Holz, Alu, Stahl) | 30–80 € | Meta Home Improvement 42,95 $ je Lead (WordStream 2026, US) | 8.000–25.000 € | 3–8 Wochen |
| Solar-Carport mit PV-Dach | 45–90 € | PV-Leads 25–200 € (anfragenfluss.de 2026) | 12.000–30.000 € | 4–10 Wochen |
| Kaltwintergarten, Sommergarten, Terrassendach | 60–110 € | Portalkontakte 50–120 € (Check24 Profis, mehrfach vergeben) | 15.000–35.000 € | 2–6 Monate |
| Wohnwintergarten | 80–140 € | Google Home Improvement 90,92 $ je Lead (WordStream 2026, US) | 35.000–70.000 € | 4–12 Monate |
| Hausbau, Fertighaus (Baumeister) | 120–250 € (Einzelfälle) | keine belastbare DACH-Primärquelle | 350.000 € aufwärts | 12–24 Monate |
Junghirsch-Korridore: Erfahrungswerte aus Kampagnen 2024–2026, exklusiv und vorqualifiziert. Hausbau-Werte beruhen auf wenigen Kampagnen und sind keine Benchmark.
Gemessen am Auftrag sieht es so aus: Bei 45 % Terminquote und 30 % Abschluss kostet ein Wintergarten-Auftrag aus 100-€-Anfragen rund 740 € Werbebudget, ein Carport-Auftrag aus 50-€-Anfragen rund 370 €. Beides liegt unter 3 % des Auftragswerts. Was ein Lead je Gewerk kostet und wie Sie Kosten je Termin und je Auftrag rechnen, steht im Artikel darüber, was ein Lead im Handwerk kostet.
Öffentlicher Case aus unseren Kampagnen: HM Werke / HM Carports erhielt in zwölf Monaten 582 qualifizierte Anfragen mit rund 1,7 Mio. € Projektvolumen und stellte drei neue Montageteams ein (Quelle: junghirsch.com). Das ist ein Ergebnis mit gefülltem Auftragsvorrat, nicht der Durchschnitt; es zeigt aber, dass Carport ein Volumenprodukt ist, das sich über Anzeigen skalieren lässt.
Saisonkurve: Wann Sie Kampagnen für Carport und Wintergarten starten
Der Anfrage-Peak liegt zwischen Jänner und April, der Montage-Peak zwischen Mai und September. Wer im Jänner keine Kampagne laufen hat, hat im Juni ein leeres Auftragsbuch. Das gilt für Wintergarten doppelt, weil Bauanzeige oder Bewilligung in Österreich vier bis zwölf Wochen dauern (fenster-schmidinger.at, 2026) und die Fertigung weitere sechs bis zehn Wochen braucht.
| Monate | Anfragen Wintergarten | Anfragen Carport | Anfragen Hausbau | Montage / Baustart | Empfohlener Kampagnenstart |
|---|---|---|---|---|---|
| Jänner–Februar | sehr hoch | hoch | hoch (Förderung, Finanzierung) | niedrig (Fertigung) | Wintergarten ab 5. Jänner, Carport ab 15. Jänner |
| März–April | hoch | sehr hoch | hoch | steigend | Kampagnen auf Vollbudget |
| Mai–Juni | mittel | hoch | mittel | hoch | Carport weiterlaufen, Wintergarten drosseln |
| Juli–August | niedrig | mittel | niedrig | sehr hoch | Bestandskunden-Mailing, Referenzschilder |
| September–Oktober | mittel (Planung für nächstes Jahr) | mittel (Winterschutz fürs Auto) | mittel | hoch | Nachfass-Welle Wintergarten, Carport-Herbstkampagne ab 1. September |
| November–Dezember | steigend | niedrig | niedrig | niedrig | Musterhaus-Einladung, Kampagnenvorbereitung für Jänner |
Erfahrungswerte aus Junghirsch-Kampagnen 2024–2026; Bauanzeige/Bewilligung in AT 4–12 Wochen einrechnen.
Erfahrungswert aus unseren Kampagnen (2024–2026): Wintergarten-Anfragen aus dem Jänner werden zu 55 % im selben Jahr beauftragt, Anfragen aus dem Juli nur zu 30 %, weil die Saison für die Montage schon vorbei ist und die Entscheidung in den nächsten Winter rutscht. Den vollständigen Jahreskalender für zehn Gewerke finden Sie im Artikel zur Saisonplanung und Auslastung im Winter.
Welche Kanäle funktionieren und welche nicht?
Meta für Wintergarten und Carport, Google für Hausbau, Empfehlung und Referenzobjekte für alle drei. Der Grund: Ein Wintergarten wird nicht gesucht, er wird gesehen. Ein Bild vom beleuchteten Wintergarten im Schnee, ausgespielt an Hausbesitzer über 50 im Umkreis von 40 Kilometern, erzeugt den Wunsch, den Google nur bedienen kann, wenn er schon da ist.
Meta (Facebook, Instagram): Der stärkste Kanal für beide Anbauprodukte. Die Zielgruppe 50 plus ist auf Facebook aktiv; Bitkom zählt Facebook mit 57 % zur meistgenutzten Plattform der Handwerksbetriebe (Bitkom, 2025). Das Formular muss Budgetstufe, Eigentum und Zeitrahmen abfragen, sonst bekommen Sie Mieter und Träumer. Wie ein solcher Funnel gebaut wird, steht im Artikel zu Meta-Werbung für Handwerksbetriebe.
Google Ads: Für „Carport kaufen“ und „Fertighaus Oberösterreich“ gibt es echtes Suchvolumen, für „Wintergarten“ auch, aber die Klicks gehen überwiegend an Konfiguratoren und Preisvergleiche. US-Benchmark: 90,92 $ je Lead in Home Improvement bei 8,33 $ je Klick (WordStream, Mai 2026). Sinnvoll als Ergänzung mit 20 bis 30 % des Budgets.
Referenzobjekte und Empfehlung: Ein Wintergarten ist von der Straße sichtbar. Ein Schild „Gebaut von …“ am Zaun für vier Wochen nach Fertigstellung plus ein Postwurf an 200 Haushalte im Umkreis bringt regelmäßig zwei bis drei Anfragen je Objekt. Robert Cialdini nennt das Social Proof: „In Ihrer Straße stehen bereits drei Wintergärten von uns“ ist stärker als jede Anzeige.
Was nicht funktioniert: Messen bringen Kontakte, aber selten Termine; die meisten Besucher sind in der 30-%-Gruppe der Pyramide. Portale wie Daibau liefern Anfragen, die drei bis fünf Betriebe bekommen, bei Wintergarten also fünf Angebote für einen Auftrag. Und: Wer unter etwa 500.000 € Umsatz liegt oder nur ein Montageteam hat, sollte kein System kaufen, weil er die Anfragen im Frühjahr nicht bedienen kann.
Die 5 Qualifizierungsfragen für Carport- und Wintergarten-Anfragen
Diese fünf Fragen trennen den Planer vom Preisabfrager, bevor ein Berater den Vor-Ort-Termin fährt:
- „Ist das Grundstück bzw. das Haus Ihr Eigentum?“ Mieter und Pächter scheiden für Anbauten fast immer aus.
- „Wo soll der Anbau hin, und wie groß ungefähr: unter 15 m², 15 bis 30 m², über 30 m²?“ Die Fläche entscheidet in Österreich über Anzeige oder Bewilligung und über den Preis.
- „Welche Budgetstufe haben Sie im Kopf: bis 15.000 €, 15.000 bis 35.000 €, über 35.000 €?“ Wer „keine Ahnung“ sagt, bekommt eine Preisorientierung per Mail und wandert in die Nachfass-Liste.
- „Wann soll es fertig sein: dieses Jahr, nächstes Jahr, noch offen?“ „Noch offen“ ist kein Termin, sondern ein Newsletter-Abonnent.
- „Gibt es einen konkreten Anlass, etwa ein neues Auto, eine Pensionierung oder ein Nachbarprojekt?“ Der Anlass ist der beste Indikator für Abschluss innerhalb von sechs Monaten.
Wer vier der fünf Fragen konkret beantwortet, bekommt innerhalb von zwei Stunden einen Rückruf und einen Vor-Ort-Termin innerhalb von sieben Tagen. Der Rest bekommt eine Planungshilfe und wird alle vier Wochen kontaktiert. Den Telefonleitfaden dafür finden Sie im Artikel zum Qualifizieren von Anfragen im Erstkontakt.
Typische Einwände und was Sie darauf antworten
Der Wintergarten-Einwand Nummer eins ist „nächstes Jahr vielleicht“. Er ist selten eine Absage, sondern ein Zeichen, dass die Entscheidung noch keinen Termin hat. Chris Voss empfiehlt dafür die kalibrierte Frage: „Was müsste bis dahin anders sein?“ Die Antwort verrät, ob es am Geld, am Partner oder an der Genehmigung hängt.
- „Nächstes Jahr vielleicht.“ Antwort: „Verstehe. Dann sollten wir jetzt die Bauanzeige einreichen, die dauert bis zu zwölf Wochen und kostet Sie nichts. Dann können Sie im Jänner entscheiden und im April montieren, statt im nächsten Sommer wieder auf der Terrasse zu frieren.“
- „Die Genehmigung ist mir zu kompliziert.“ Antwort: „Das erledigen wir. Ein Carport bis 15 m² ist in Oberösterreich anzeige- und bewilligungsfrei, bis 50 m² reicht eine Bauanzeige. Wir bereiten die Unterlagen vor, Sie unterschreiben.“
- „Ein Wintergarten ist im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt.“ Antwort: „Das stimmt für Glasanbauten aus den 90ern. Mit Dreifachverglasung, Außenbeschattung und Lüftungssteuerung liegt ein Wohnwintergarten heute bei Raumtemperatur, deshalb kostet er 35.000 € und nicht 15.000 €.“
- „Das Carport vom Baumarkt kostet 2.500 €.“ Antwort: „Richtig, ohne Fundament, ohne Statik für Schneelast, ohne Montage und ohne PV-Option. Wenn Sie die Zeit haben, bauen Sie es selbst. Wenn es zwanzig Jahre stehen und ein E-Auto laden soll, reden wir über 12.000 €.“
- „Wir holen noch drei Angebote ein.“ Antwort: „Machen Sie das. Achten Sie darauf, dass Fundament, Genehmigung und Beschattung enthalten sind; das sind die drei Positionen, die in günstigen Angeboten fehlen.“
Förderungen als Vertriebshebel: AT und DE 2026
Für Carport und Wintergarten gibt es 2026 weder in Österreich noch in Deutschland eine direkte Förderung. Sagen Sie das offen, es spart Ihnen Diskussionen. Der Handwerkerbonus in Österreich ist seit 28. Februar 2026 geschlossen (WKO, 2026). Was bleibt, sind zwei indirekte Hebel.
Erstens der Solar-Carport: Ein Carport mit PV-Dach kostet komplett mit Montage 9.000 bis 18.000 €, mit Speicher und Wallbox 15.000 bis 30.000 €; der Ertrag liegt bei 900 bis 1.300 kWh je kWp, die Amortisation bei 10 bis 15 Jahren (ADAC, September 2026). PV-Anlagen sind in Deutschland seit 2023 umsatzsteuerfrei, in Österreich endete die Befreiung für kleine Anlagen 2025. Der Carport wird damit vom Kostenposten zum Investment, und die Argumentation wechselt von „schön“ zu „rechnet sich“.
Zweitens der Neubau: Oberösterreich hat seine Eigenheimförderung ab 1. Jänner 2026 bis 31. Dezember 2027 neu aufgesetzt. Grundbetrag 75.000 € Landesdarlehen, plus 15.000 € je Kind, 1,50 % Fixzins für zehn Jahre, Einkommensgrenze 85.000 € für zwei Personen (Land OÖ, November 2025; infina.at, 2026). Für Baumeister ist das ein Anlass für eine Kampagne im ersten Quartal: „Förderung neu, Grundstück vorhanden? Wir rechnen Ihnen die Rate.“
In Deutschland läuft die KfW-Förderung für klimafreundlichen Neubau (Programme 297/298), deren Konditionen sich 2026 mehrfach änderten; prüfen Sie den Stand vor jeder Kampagne direkt bei der KfW.
Rechenbeispiel: Ein Carport- und Wintergartenbauer aus dem Bezirk Wels-Land
Nehmen wir einen Betrieb aus dem Bezirk Wels-Land mit 22 Mitarbeitern und 3,1 Mio. € Umsatz, zwei Montageteams für Carports, eines für Wintergärten. Ziel: das Wintergarten-Team von 60 % auf 90 % Auslastung bringen, das sind rund 14 zusätzliche Wintergärten im Jahr, und die Carport-Teams über den Winter beschäftigen.
Rechenbeispiel (illustrativ): Budget 2.500 €/Monat von Jänner bis April, davon 1.500 € Wintergarten (110 € je Anfrage, rund 14 Anfragen/Monat) und 1.000 € Carport (50 € je Anfrage, 20 Anfragen/Monat).
Wintergarten: 45 % Termin, 85 % Erscheinen, 80 % Angebot, 30 % Auftrag ergibt rund 1,3 Aufträge/Monat, über vier Monate 5 Aufträge à 42.000 € = 210.000 €. Carport: 55 % Termin, 88 % Erscheinen, 85 % Angebot, 35 % Auftrag ergibt rund 3,3 Aufträge/Monat, 13 Aufträge à 13.500 € = 175.000 €. Werbekosten 10.000 € für 385.000 € Umsatz, 2,6 % vom Auftragsvolumen, plus Systembetreuung.
Das reicht nicht für 14 Wintergärten, sondern für fünf. Der Rest kommt aus der Nachfass-Liste: Von den rund 56 Wintergarten-Anfragen aus vier Monaten wandern etwa 25 in „nächstes Jahr“. Wer diese Liste im September mit einem Anruf und im November mit einer Einladung ins Musterhaus bearbeitet, holt in unserer Erfahrung weitere 3 bis 5 Aufträge. Rechnen Sie Ihre Kette im Anfragen-Rechner nach.
Was in Österreich anders ist
Der Hausbau-Anbieter heißt in Österreich Baumeister, mit Befähigungsnachweis und Gewerbeberechtigung nach der Gewerbeordnung; Fertighausanbieter sind meist als Holzbau-Meister oder Baumeister organisiert. Carport und Wintergarten liegen je nach Konstruktion beim Zimmerer (Holz), Metalltechniker (Alu, Stahl) oder Glaser, alle in der WKO-Sparte Gewerbe und Handwerk. Das ist im Marketing egal, in der Rechnung nicht.
Die Genehmigung ist Landessache. In Oberösterreich ist ein freistehendes Schutzdach bis 15 m² im Bauland anzeige- und bewilligungsfrei (§ 26 Oö. BauO), 15 bis 50 m² brauchen eine Bauanzeige (§ 25), darüber eine Baubewilligung (§ 24) (ihrcarport.eu, Stand August 2026). Ein Wintergarten ist in OÖ anzeigepflichtig, in der Praxis verlangen viele Gemeinden eine Bewilligung; rechnen Sie mit vier bis zwölf Wochen.
| Vorhaben | Verfahren | Rechtsgrundlage | Dauer (Erfahrungswert) | Wer erledigt es im Idealfall |
|---|---|---|---|---|
| Freistehendes Schutzdach / Carport bis 15 m² im Bauland | bewilligungs- und anzeigefrei | § 26 Oö. BauO | 0 Wochen | Kunde selbst, Hinweis durch Betrieb |
| Carport 15–50 m² | Bauanzeige vor Baubeginn | § 25 Oö. BauO | bis 8 Wochen (Fristablauf oder Freigabe) | Betrieb bereitet Unterlagen vor |
| Carport über 50 m² | Baubewilligung | § 24 Oö. BauO | 8–12 Wochen | Betrieb mit Planer |
| Wintergarten (Wohn- und Kaltwintergarten) | anzeigepflichtig, in der Praxis oft Bewilligung mit Statik und Wärmeschutznachweis | § 25 Abs. 1 Z 5 Oö. BauO | 4–12 Wochen | Betrieb mit Planer, Kunde unterschreibt |
Quellen: ihrcarport.eu (Stand 08/2026), fenster-schmidinger.at (2026). Verbindlich ist die Auskunft der Gemeinde; andere Bundesländer haben abweichende Schwellen.
Niederösterreich, Steiermark und Salzburg haben andere Schwellen. Wer die Bauanzeige für den Kunden übernimmt, gewinnt den Auftrag oft genau damit.
Regional lohnt sich der Blick auf die Bewilligungsstatistik: OÖ, NÖ und Steiermark stellen zusammen fast 40 % der bewilligten Wohnungen Österreichs (Statistik Austria, 2026). Im Speckgürtel von Linz, Wels und Graz stehen die Einfamilienhäuser der 90er und 2000er, deren Besitzer jetzt den Wintergarten kaufen. In der Schweiz heißt das Angebot Offerte, Preise stehen in CHF, und Anbauten brauchen fast überall eine Baubewilligung der Gemeinde mit öffentlicher Auflage.
Was bleibt
Starten Sie die Wintergarten- und Carport-Kampagne im Jänner, nicht im April, qualifizieren Sie nach Eigentum, Fläche, Budgetstufe und Anlass, und behandeln Sie „nächstes Jahr vielleicht“ als Termin in zwölf Monaten, nicht als Absage. Wer die Bauanzeige für den Kunden erledigt, verkürzt die lange Entscheidung um den Teil, vor dem der Kunde am meisten Respekt hat.
Häufige Fragen
Wann sollte ich Werbung für Wintergärten schalten?
Ab der ersten Jännerwoche bis Ende April. In diesen Monaten planen Hausbesitzer am Küchentisch, und Anfragen aus dem Jänner werden in unseren Kampagnen zu rund 55 % im selben Jahr beauftragt. Juli-Anfragen nur zu 30 %, weil Genehmigung und Fertigung die Montage in den nächsten Winter schieben.
Was kostet eine Anfrage für Carports?
Eine qualifizierte, exklusive Carport-Anfrage kostet in unseren Kampagnen 30 bis 80 € (Erfahrungswert 2024–2026). Bei 55 % Terminquote und 35 % Abschluss ergibt das rund 370 € Werbebudget je Auftrag, bei einem Auftragswert von 8.000 bis 25.000 €. Solar-Carports liegen wegen der PV-Konkurrenz etwas höher bei 45 bis 90 €.
Wie gehe ich mit „nächstes Jahr vielleicht“ um?
Als Termin in zwölf Monaten, nicht als Absage. Fragen Sie, was bis dahin anders sein müsste, bieten Sie an, die Bauanzeige jetzt kostenlos vorzubereiten, und kontaktieren Sie den Kunden im September und November erneut. Aus dieser Liste kommen in unserer Erfahrung drei bis fünf zusätzliche Wintergarten-Aufträge pro Saison.
Braucht ein Carport in Österreich eine Baugenehmigung?
Das hängt vom Bundesland und der Fläche ab. In Oberösterreich ist ein freistehendes Schutzdach bis 15 m² im Bauland anzeige- und bewilligungsfrei, 15 bis 50 m² brauchen eine Bauanzeige, darüber eine Baubewilligung (Oö. BauO 1994). Verbindlich ist die Auskunft der Gemeinde; Niederösterreich und Steiermark haben andere Schwellen.
Lohnt sich ein Solar-Carport als Verkaufsargument?
Ja, weil es den Carport vom Kostenposten zum Investment macht. Ein Solar-Carport kostet komplett 9.000 bis 18.000 €, liefert 900 bis 1.300 kWh je kWp im Jahr und amortisiert sich in 10 bis 15 Jahren (ADAC, 2026). In der Kampagne bringt das Wallbox- und E-Auto-Besitzer als zusätzliche Zielgruppe.
Gibt es 2026 Förderung für Wintergärten oder Carports?
Nein, weder in Österreich noch in Deutschland gibt es eine direkte Förderung. Der österreichische Handwerkerbonus ist seit 28. Februar 2026 geschlossen. Indirekt hilft die Umsatzsteuerbefreiung für PV in Deutschland beim Solar-Carport, und für den Neubau gibt es Landesdarlehen wie die OÖ Eigenheimförderung mit 75.000 € Grundbetrag und 1,50 % Fixzins.
Funktioniert Google Ads für Fertighausanbieter?
Ja, besser als für Wintergärten, weil „Fertighaus“ plus Region echtes Suchvolumen hat und die Kunden aktiv vergleichen. Rechnen Sie mit langen Zyklen von 12 bis 24 Monaten und einer Kette aus Finanzierung, Grundstück und Bebauungsplan. Kombinieren Sie Google mit Meta-Retargeting und einem Musterhaus-Termin als Conversion-Ziel.
Wie sieht ein Neukunden-System für Ihr Gewerk aus?
Im Erstgespräch rechnen wir mit Ihren Zahlen: wie viele qualifizierte Anfragen Sie brauchen, was sie in Ihrer Region kosten und ob sich ein System für Ihren Betrieb rechnet. Ehrlich, auch wenn die Antwort nein ist.
Quellen
- 10,8 % mehr Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025 – Statistisches Bundesamt (2026)
- 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025 – Statistisches Bundesamt (2026)
- Fertigbau kommt schneller aus der Baukrise – Bundesverband Deutscher Fertigbau (2026)
- Gute Baugenehmigungszahlen für Fertighäuser H1 2026 – Bundesverband Deutscher Fertigbau (2026)
- Baubewilligungen 2025 – Statistik Austria (2026)
- Wintergarten Preise Österreich 2026 – Fenster Schmidinger (2026)
- Baugenehmigung Wintergarten & Sommergarten in Oberösterreich – Fenster Schmidinger (2026)
- Carport-Baugenehmigung Oberösterreich 2026: 15 & 50 m² – ihrcarport.eu (2026)
- Solar-Carport 2026: Lohnt es sich? Kosten, Ertrag & Förderung – ADAC (2026)
- Neue Eigenheimförderung ab 2026 – Land Oberösterreich (2025)
- Wohnbauförderung in Oberösterreich 2026 – Infina (2026)
- Handwerkerbonus: Förderaktion ausgelaufen – WKO (2026)
- Förderung für Neubau (Klimafreundlicher Neubau 297/298) – KfW (2026)
- Sanierungsquote 2025: 0,67 % – BuVEG / B+L (2026)
- Digitalisierung des Handwerks 2025 – Bitkom (2025)
- Google Ads Benchmarks 2026 – WordStream (2026)
- Facebook Ads Benchmarks 2026 – WordStream (2026)
- Handwerker-Lead-Kosten (CPL) 2026 – anfragenfluss.de (2026)
- Leadportale im Handwerk: Erfahrungen und Kosten (Check24 Profis 50–120 €) – AM Beratung (2026)
- Case HM Werke / HM Carports und Erfahrungswerte aus Kampagnen 2024–2026 – Junghirsch Online GmbH (2026)